Wassenberg: Heinsberger Panther-Baby in TV-Show mit Frank Elstner

Wassenberg: Heinsberger Panther-Baby in TV-Show mit Frank Elstner

Noch vor zehn Jahren hätte sich Thomas Staas aus Wassenberg kaum träumen lassen, dass mittlerweile kein Jahr vergeht, in dem er nicht von irgendeinem Fernsehsender zu irgendeiner Show als Highlight eingeladen wird. Auch diesen Donnerstag ist es erneut soweit. „Die große Show der Naturwunder“ mit Frank Elstner und Ranga Yogeshwar ist um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen. Und der 47-jährige Metzgermeister ist wieder einmal mit dabei. Doch nicht alleine, denn begleiten wird ihn das fünf Monate alte Panther-Weibchen Negra.

„Es geht in der Show darum, dass Kandidaten Naturwunder erklären sollen. In unserem Fall geht es um die Vererbung des Melanismus, der Schwarzfärbung des Leoparden, die ihn ja zum Panther macht“, sagt Thomas Staas. Mehr darf er allerdings nicht verraten. Dazu hat ihn der Sender vergattert, damit den Zuschauern nicht schon vor der Show die Spannung verloren geht.

Buldogge Amy und Panther-Baby Negra sind beste Kumpels. Sie tollen stets miteinander, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Foto: Herwartz

Von Montag bis Mittwoch letzter Woche wurde die Sendung durch den SWR in den Bavaria-Filmstudios in München aufgezeichnet. Und Thomas Staas war mit dem wilden kleinen Vierbeiner, den er per Hand aufgezogen hat, mit von der Partie. Den Kontakt hatte die Redaktion über Stern TV hergestellt, wo der Wassenberger schon zur Fußball-WM mit Siegfried und Roy zu Gast war. Nein, nein, nicht mit dem bekannten Magier-Duo aus Las Vegas. Zwei einjährigen Panthern hat Staas ihre Namen gegeben. „Stern TV gehört schon fast zur Familie“, erzählt der 47-Jährige. Zwei- bis dreimal im Jahr sei ein Team bei ihm vor Ort, um Bildmaterial zu bunkern oder ihn gleich für eine neue Sendung zu verpflichten.

Als Showstar fühlt sich der bodenständige Metzgermeister dennoch nicht. Seine Liebe gehört neben seiner Familie uneingeschränkt dem Artenschutz, den Tieren, die sich in seiner Obhut befinden und mit deren Zucht oder Aufzucht er in Expertenkreisen zoologischer Einrichtungen international von Berlin bis Südafrika hohes Ansehen erworben hat.

Sein Spezialgebiet sind Raubkatzen unterschiedlicher Rassen. Derzeit befinden sich zwei Pumas, drei Leoparden, drei Geparden, vier Servale, drei Ozelots, drei Karakale, vier Salzkatzen, vier asiatische Leopardkatzen und zwei Jaguarundis in den Gehegen hinter seiner Metzgerei.

„Ich hatte schon in der Kindheit ein Faible für exotische Tiere“, erinnert sich der Familienvater. Angefangen habe alles damit, dass er mit seiner Oma Molche sammelte. Die Terraristik wurde zum Steckenpferd mit durchschlagendem Erfolg. Mit einem Schwarzkopfpython gelang ihm erstmals in Europa eine Nachzucht. Mit einer Biberschwanzagame war er sogar der Erste in der Welt, dem das Kunststück eines Zuchterfolges in Gefangenschaft gelang.

Zu den Raubkatzen sei er im Grunde durch einen Zufall gekommen. „Vor zehn Jahren bin ich in eine zoologische Einrichtung nach Belgien gefahren, weil ich zwei Zwergkängurus kaufen wollte, zurückgekommen bin ich mit einem Ozelot.“ Bis vor sechs Wochen lebte die Katze bei ihm. Schweren Herzens, aber zum Wohle von Tier und Forschung lebt das Weibchen jetzt im Filidenzentrum in Berlin, weil es genetisch perfekt in ein Zuchtprojekt passte.

Die Zucht von Ozelots zählt zu den herausragenden Leistungen von Thomas Staas. „Wir haben in den letzten sechs Jahren mehr Tiere gezüchtet als in ganz Europa zusammen. Es hat natürlich auch von den Paarungen her optimal gepasst.“

Mit der Gepardennachzucht hat er sich ebenso einen Namen gemacht. „Durch die mehrfache Nachzucht haben wir eine sehr wichtige Züchterthese widerlegt, dass eine Zucht in einer Gruppenhaltung nicht möglich ist. Sie besagte, wenn ein Kater zu lange mit einer Katze oder in deren unmittelbarer Sicht- und Geruchsweite lebt, sich bei ihm ein sogenannter Inzestblocker bildet und er seine Partnerin als Geschwistertier ansieht.“ Dass Thomas Staas sich im Reich der wilden Klein- und Großkatzen bestens auskennt, wird sich auch am Mittwoch wieder zeigen — als Experte im Ersten.