Heinsberg/Dortmund: Heinsberger Knastladen ist wieder auf der Messe Creativa vertreten

Heinsberg/Dortmund : Heinsberger Knastladen ist wieder auf der Messe Creativa vertreten

Die Erfolgsgeschichte des Knastladens wird fortgeschrieben. Der Messestand bei der Creativa in Halle acht der Westfalenhalle ist seit mehr als einem Jahrzehnt eine Anlaufstelle, die sich bei der Herstellung der Produkte von den übrigen Messeständen gewaltig unterscheidet. Der Knastladenstand ist seit 2006 ein fester Bestandteil der Messe.

Mittlerweile hat sich der Knastladenstand flächenmäßig vergrößert. Alle angebotenen Produkte werden von Häftlingen aus dem Strafvollzug in Nordrhein-Westfalen gefertigt. Die Arbeit ist ein wichtiger Bestandteil der Resozialisierung im Strafvollzug, besonders für jugendliche Straftäter. Und erneut staunten viele der insgesamt 78 000 Besucher der Creativa 2018, zu welchen Leistungen die Inhaftierten hinter den Gefängnismauern fähig sind.

Der Knastladenstand verfügt mittlerweile über eine große Stammkundschaft. Viele Produkte waren erneut echte Renner, unter anderem auch Produkte aus der Justizvollzugsanstalt Heinsberg. Aus der JVA Heinsberg sind Thomas Nyhsen und Heinz Eschweiler im Knastladenteam, beide blickten auf eine gute Messe zurück.

Der Knastladenstand arbeitet bei den Preiskalkulationen ohne Gewinn. Die Einnahmen gehen eins zu eins in die Maßnahme zurück, dafür wird neues Material gekauft. Die rund zehn festen Mitarbeiter vom Knastladenteam standen erneut Rede und Antwort.

Obwohl die Außendarstellung des Strafvollzuges das Wichtigste für das Team ist, stimmen auch die Verkaufszahlen — der Knastladen ist zum Selbstläufer geworden. Und die Besucher haben sozusagen die Gelegenheit, für einige Minuten in den Knast zu gehen. Eine Gefängniszelle wurde nachgebaut. Viele Besucher gingen nachdenklich und zögerlich in die Zelle.

Rund 700 Aussteller aus 25 Ländern waren mit ihren Ständen auf der diesjährigen Creativa dabei. Und die Messeleitung teilte mit, dass 80 Prozent der Aussteller sich schon positiv für die Creativa 2019 (13. bis 17. März) entschieden haben, ebenfalls möchten 91 Prozent der Besucher im Jahr 2019 wiederkommen.

Die Befragung durch ein unabhängiges Messe-Marktforschungsinstitut ergab: Zu Gast waren auf der Creativa viele Besucher aus den nahe gelegenen Benelux-Staaten, ferner Gäste aus Frankreich, der Schweiz und Lichtenstein. Jeder vierte Besucher legte demnach 50 bis 100 Kilometer zurück. 33 Prozent nahmen eine Strecke von mehr als 100 Kilometern oder sogar 300 Kilometern auf sich.

Millionenumsatz

Neben internationalen Gästen waren auch Besucher aus allen deutschen Bundesländern, allen voran aus Nordrhein-Westfalen, auf der Messe vertreten. Dabei fällt auf: Die Messe ist charakteristisch weiblich geprägt.

Rund 94 Prozent der kreativen Besucher sind Frauen. Ein Großteil der Besucher reiste dabei mit dem konkreten Ziel vor Augen an, direkt auf der Messe einzukaufen. Dieses Vorhaben haben 95 Prozent der Besucher auch tatsächlich umgesetzt.

Im Durchschnitt gab jeder kreative Kopf für Produkte und Materialien bei den Ausstellern auf der Creativa rund 171 Euro aus. Damit wurden auf der Messe insgesamt 12,7 Millionen Euro umgesetzt.

(agsb)
Mehr von Aachener Zeitung