Heinsberg: Von falschen Werwölfen und versunkenen Glocken

Sagen und Geschichten : Von falschen Werwölfen und versunkenen Glocken

„Sagen und Geschichten aus den Heinsberger Landen“: Helmut Hawinkels hat die Legenden aus unserer Region zusammengetragen.

Schon als kleiner junge hat Helmut Hawinkels sie gerne gehört, die Sagen, Legenden und Geschichten aus unserer Region. Damals erzählte sie ihm seine Oma. Heute ist Hawinkels, der regelmäßig Stadtführungen durch Heinsberg gibt, selbst ein großer Erzähler. Über vier bis fünf Jahre hat er Material für sein neues Buch „Sagen und Geschichten aus den Heinsberger Landen“ zusammengetragen. Nun ist das 118 Seiten starke Buch im Gollenstede-Verlag erschienen.

Als „City-Heinsberger“, wie Hawinkels sich selbst bezeichnet, liegen ihm Geschichten wie die von der Schlangenkapelle mit den versunkenen Glocken besonders am Herzen. Aber auch Streiche wie der Möhrendiebstahl in Kempen oder historische Gedichte mit Bezug zum Hause Heinsberg hebt Hawinkels hervor.

Einige der vielen Sagen und Geschichten in seinem Buch kannte er selbst, andere wurden ihm im Zuge seiner Recherchen erzählt. So habe er viel von Gisela Schumacher, Richard Jochims und Klaus Mülstroh erfahren, sagt Hawinkels.

Überrascht habe ihn, was sich hinter den Legenden von Werwölfen verbarg. Das waren keine bloßen Ammenmärchen ohne realen Hintergrund. „Heute würde man sagen, das waren Sittenstrolche“, sagt Hawinkels. Männer zogen sich ein Fell über und überfielen Frauen. Und die Legende machte aus ihnen Werwölfe. Schaurig sind sie beide, die Männer mit dem Fell und auch die Werwölfe.

Marcus Mesche von der Buchhandlung Gollenstede lobt Hawinkels’ Arbeit: „Er trägt Dinge zusammen, damit sie nicht verloren gehen. Es gibt nicht viele, die sich die Mühe machen, diese alten Geschichten zu bewahren.“ Bürgermeister Wolfgang Dieder sagt über das Buch: „Das ist mit Sicherheit ein Werk, das unser Kulturgut erhält und in die Zukunft trägt.“ Die vielen Geschichten könne man bei Spaziergängen mit Kindern an zahlreichen Stellen erzählen und damit die Sagen und Legenden an kommenden Generationen weitertragen, sagt Dieder.

Das ist sicher auch im Sinne des Autors Helmut Hawinkels. Der jedoch betonte, dass es sich bei dem Werk nicht um ein Kinderbuch handele. Zu schaurig und blutig seien die Geschichten zuweilen.

Mehr von Aachener Zeitung