Erkelenz: Heimatverein der Erkelenzer Lande hat ein neues Zuhause

Erkelenz: Heimatverein der Erkelenzer Lande hat ein neues Zuhause

Theo Görtz hat ein neues Büro. Mit Blick über die Dächer der Stadt und auf den Lambertiturm, in den Räumen des ehemaligen Kulturamtes über der Stadtbücherei, geht er nach seiner Pensionierung als Stadtarchivar Anfang des Monats den Aufgaben als Geschäftsführer des Heimatvereins nach.

Bislang war die Geschäftsstelle des Heimatvereins im Stadtarchiv angesiedelt, und die Trennung zwischen beiden Funktionen war oft nicht leicht zu ziehen. „Was der Heimatverein leistet, ist einmalig“, betonte der Erste Beigeordnete der Stadt, Dr. Hans-Heiner Gotzen, nun im neuen Büro des Geschäftsführers. „Bisher war es eine Luxussituation. Wir haben eine neue Lösung gefunden, mit der alle zufrieden sein können.“ Das sieht auch der Vorsitzende des Heimatvereins, Günther Merkens, so. „Die Stadt und die Bürger profitieren von der Arbeit des Heimatvereins“, erklärte er. Also war auch allen an einer Fortsetzung der Zusammenarbeit gelegen.

Bis auf den veränderten Blick aus dem Fenster ändert sich für Theo Görtz mit dem Ruhestand nicht viel. Für die derzeit 1235 Mitglieder des Heimatvereins ebenfalls nicht. Denn seine alte Telefonnummer und die Mailadresse, unter der Görtz zu erreichen war, hat er mitgenommen. Erreicht werden kann das Büro im dritten Stock über das Treppenhaus oder ganz bequem mit dem Aufzug. Dienstags und freitags ist die Geschäftsstelle über der Stadtbücherei von 10 bis 12 Uhr auf jeden Fall besetzt und für Besucher geöffnet. Darüber hinaus genügt ein Anruf, um zu wissen, ob der Geschäftsführer am Ort ist.

Zu tun hat der geschäftsführende Ruheständler genug, denn es wollen Reisen geplant, Buchveröffentlichungen vorbereitet und Symposien organisiert werden. So findet vom 4. bis 9. November auf Hohenbusch ein Symposium zum Thema „Heimat“ statt, bei dem der Heimatverein erneut eng mit der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität zusammenarbeitet.

Neben den Vorträgen erwartet die Besucher auch eine Ausstellung „Verlorene Heimat“, bei der unter anderem Arbeiten des Erkelenzer Künstlers Karl-Heinz Laufs und des Düsseldorfers Till Hausmann zu sehen sein werden. Geplant sind auch Workshops zu lokalen Aspekten der Heimat und der hiesigen Mundart. Darüber hinaus ist ein Buch über die Keyenberger Kirche in Arbeit, das noch in diesem Jahr erscheinen soll.

Mit einiger Vorlaufzeit wird auch schon der Gelderntag im September 2015 geplant. Bis zu 400 geschichtsinteressierte Teilnehmer aus den Städten und Gemeinden, die zum Herzogtum Geldern gehört haben, werden dann in Erkelenz erwartet.

Viel Zeit für Ruhestand bleibt Theo Görtz in seinem neuen Büro also nicht. Und das ist auch gut so.

(hewi)
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