Hebräischer Liederabend in der Christuskirche

Hebräischer Liederabend : Musik hören, Inhalte fühlen

„Von ganz früher bis zum heutigen Israel“, so umschrieb Pfarrer Martin Jordan die musikalische Reise, die Sängerin Esther Lorenz aus Hanau und der Gitarrist Peter Kuhz aus Berlin mit den Besuchern in der Christuskirche unternahmen.

Sie waren gekommen, um ihren Liederabend mit dem Titel „Hebräische Lieder – Numi, Numi“ zu präsentieren. Manche Menschen würden so tun, als sei die christlich-abendländische Kultur hier erfunden worden, erklärte Jordan weiter. Dabei würden die Wurzeln hier auf dem Judentum fußen, aus dem sich das Christentum vielleicht auch „ein wenig schamlos“ bedient habe.

Mit einem „Shalom“ begrüßte dann Lorenz die Zuhörer und gab zunächst einen kleinen Überblick über die Sprachentwicklung. Dabei hätten sich Bibel- wie Sakralsprache in der Nationalsprache fortgesetzt. Humorvoll zitierte sie dabei David Ben-Gurion, den ersten Ministerpräsidenten Israels. Er habe einmal gesagt, wenn Moses heute zurückkäme und um ein Brot bitten würde, dann würde man ihn noch verstehen. Nicht minder schmunzeln musste das Publikum über die Geschichte mit dem Räuber, der immer durch den Kamin kam und eines Tages im Studierzimmer des Rabbiners landete. „Manche brauchen für die zweite Chance ein wenig Nachhilfe“, lautete die Essenz daraus.

Die Lieder konnten die meisten Zuhörer bis auf wenige Ausnahmen nicht verstehen, doch ihre Inhalte, die ihnen Lorenz erläuterte, doch ein wenig fühlen beim Zuhören. Wunderbar interpretierten beide die „jüdische Musik mit der gewissen Träne, aber auch mit lebendigen und temperamentvollen Momenten“, wie sie Lorenz selbst beschrieb. Und beide überzeugten ihr Publikum auch als Solisten, Lorenz à cappella und Kuhz mit einem eigentlich fürs Klavier geschriebenen Tanz.

Zu Gehör brachten die beiden zudem Musik sephardischer Juden, die bis zu ihrer Vertreibung 1492 und 1513 auf der iberischen Halbinsel lebten. Zum Abschluss segnete Jordan alle Anwesenden. Der Herr „schenke Shalom“, sagte er.