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Haus Hohenbusch: Krippe soll wieder Institution werden

Haus Hohenbusch : Die Krippe soll wieder eine Institution werden

Im ehemaligen Kloster und Gutshof Hohenbusch vor den Toren von Erkelenz soll eine alte Tradition wieder aufleben. Es geht um eine besondere Krippe, die einmal Wanderziel von benachbarten Schulklassen in der Adventszeit war. Was hat es damit auf sich?

Ein Besuch des ehemaligen Klosters und Gutshofes Hohenbusch vor den Toren von Erkelenz lohnt sich bis zum Fest der Heiligen drei Könige am 6. Januar noch mehr als sonst. Denn wenn man das Herrenhaus betritt, empfängt einen im Flur eine aufwendig gestaltete Krippe mit der klassischen Darstellung des Jesuskindes im Stall mit der gesamten „Belegschaft“, die zu einer ordentlichen Krippe gehört, inklusive Maria und Josef, Hirten, den drei Weisen und so manchem Tier.

Auf den ersten Blick mag das nichts Besonderes sein, denn Krippen zieren in dieser Zeit des Jahres Kirchen, Schulen und natürlich die Wohnungen der Menschen. Was es mit dieser besonderen Krippe auf sich hat, verriet der Vorsitzende des Fördervereins, Frank Körfer, bei ihrem Aufbau. „Wir möchten die Tradition der Hohenbuscher Weihnachtskrippe wieder auferstehen lassen“, betonte er.

Denn ältere Zeitzeugen aus Doveren berichteten ihm, dass es früher in der Adventszeit Brauch war, mit der Schulklasse eine Wanderung nach Hohenbusch zu machen. Dort zeigten die damaligen Besitzer des Gutes, Familie Müller-Hohenbusch, den Kindern ihre große und imposante Krippe.

Wo diese Krippe damals stand, wisse man heute nicht mehr, so Körfer. Doch der Flur gegenüber des Eingangs, von dem aus man in den Garten gelangt, eigne sich ideal für die Krippe, die schon einigen Platz benötigt.

Beim Aufbau waren neben den Mitgliedern des Fördervereins auch Heinz-Josef Keutmann und Heinz Römgen vom Geschichtsverein Setterich dabei. Der Verein hatte die historischen Krippenfiguren zur Verfügung gestellt, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts angefertigt wurden und zunächst in der Pfarrkirche St. Andreas zum Einsatz kamen. Die Kirche wurde im Krieg zerstört und mit der neuen Kirche gab es auch neue Krippenfiguren. Die alten landeten in einer Abstellkammer.

Als der Geschichtsverein sie erhielt, seien sie in einem sehr schlechten Zustand gewesen, erinnerte sich Keutmann. Deshalb machte sich der mittlerweile verstorbene Künstler Josef Esser 2005 daran, die Krippenfiguren mit Schülern der damaligen zehnten Klasse der Realschule Setterich-Baesweiler im Kunstunterricht zu restaurieren. Zu tun gab es einiges, denn Gliedmaßen waren abgebrochen oder Teile des Torsos beschädigt. Drei Jahre später konnten die Figuren der evangelischen Gemeinde in Setterich übergeben werden, wo sie im Advent bis zur Entwidmung der Kirche in diesem Jahr ihren Dienst taten.

Durch Vermittlung von Stefan Althoff kamen sie schließlich nach Hohenbusch und wurden zum Kernstück der dortigen Krippe. Doch auch die hölzerne Krippe selbst hat es in sich, denn sie besteht aus Elementen der ehemaligen Klosterkirche, die die Zeit auf dem Speicher des Herrenhauses überdauert hatten. Bei Erdarbeiten im Herbst wurden Glasscherben in der Nähe des Herrenhauses gefunden, die nach Ansicht von Experten von den Chorfenstern der zerstörten Klosterkirche stammen. Diese wurden in die Krippe integriert, um interessante Lichtspiegelungen zu erzeugen.

Mit der Krippe will der Förderverein einen Anfang machen. „Nun hoffen wir, dass wir in den kommenden Jahren auch andere Kirchengemeinden finden, mit denen wir beim Krippenbau kooperieren können“, sagte Körfer. Denn die Hohenbuscher Krippe solle zu einer Institution werden. Zu sehen ist sie an den Adventswochenenden samstags und sonntags sowie bis zum 5. Januar, jeweils von 13 bis 17 Uhr.