Sommerausstellung in der Galerie Noack : Hauptsache, Kunst und Hauptsache, es ist gut

Sommerausstellung in der Galerie Noack : Hauptsache, Kunst und Hauptsache, es ist gut

Einen bunten Mix von Kunstwerken zeigt Galerist Klaus Noack im Rahmen seiner Sommerausstellung. Die großzügigen Galerieräume der Galerie Noack an der Roermonder Straße bieten genügend Platz, um ganz unterschiedliche Stilrichtungen und Arbeitsweisen der unterschiedlichsten Künstler zu präsentieren.

Sicherlich wird es der Besucher ein wenig schwer haben, den Blick dafür zu gewinnen, wohin die Galerie Noack tendiert mit ihrem Programm. Doch Klaus Noack geht ganz entspannt an die Auswahl seiner Künstler heran. „Hauptsache, sie sind gut“, sagt er.

Das hört Sandra Otten natürlich gern. Die Künstlerin aus Myhl hatte Klaus Noack gebeten, einige Werke für die diesjährige Sommerausstellung seiner Galerie zur Verfügung zu stellen. Der Schwerpunkt der Gastkünstler liegt in diesem Jahr auf dem regionalen Raum. Neben Sandra Otten aus Myhl mit ihren „Phantasiereisen“ ist Marlen Hansen aus dem benachbarten St. Odilienberg mit farbenintesiven Acrylbildern vertreten. Beide Künstlerinnen standen auch zur Vernissage den kunstinteressierten Besuchern zur Verfügung.

Der dritte im Bunde ist Dieter Knorr aus Wegberg. Er zeigt seine „Saunabilder“, eine Serie von Karikaturen, die den Menschen zeigen, wie er sich dem Betrachter in der Sauna darstellt – ganz ungeschminkt. Neben den drei Künstlern aus der Region zeigt Klaus Noack auch eine Auswahl von Werke der Künstler, die bei ihm schon mit Ausstellungen in Erscheinung getreten sind. Viktor Nono, Elena Panknin und Karlheinz Koch wären da zu nennen.

Viele Kunstfreunde hatten sich den Besuch der Vernissage sicherlich wegen der Hitze am Eröffnungsabend für einen späteren Termin aufgespart. Ihnen entgehen allerdings die Gespräche mit den Künstlerinnen. Marlen Hansen entgegnete auf die etwas ungelenke Frage, wie lange sie denn schon male, sehr charmant mit: „Schon immer und ewig, ich kann nichts anderes.“

„Frühling“ heißt eines der Bilder, die Marlen Hansen aus ihrem Atelier TriVidha in St. Odilienberg mit nach Wassenberg gebracht hat. Die Farben sind der Jahreszeit angepasst. Man glaubt, zwei Figuren in diesem fast abstrakten Bild zu erkennen. Das sei schon ok, wenn man etwas in den Bildern sehen möchte, meint Marlen Hansen. Ein Jahr lang hat sie Klatschmohn gemalt, sie mag diese starken und schönen Blumen, die, wenn man drauf tritt, sich wieder aufrichten. „Das macht mich froh.“ „Poppys“ nach dem englischen Namen der Blume heißt dieses Bild.

„Blick aufs Meer“ heißt ein anderes Bild. Die Farben seien nicht ganz richtig, meinte die Künstlerin, also nicht so, wie man sich vielleicht ein Meerbild vorstellen würde. Man sieht wenig Blau, dafür Grün und Rot. Marlen Hansen arbeitet im Atelier nach Fotos und Zeichnungen. Es geht ihr wohl weniger um die Wiedergabe von Realität, sondern um die Bildsprache, die Empfindungen ausdrückt. Sie hat spezielle Kurse belegt, in denen die Möglichkeiten dieser Bildsprache, die Symbolik von Farbe und Form, gelehrt werden und hat diese Sprache dann auch ihren Schülern vermittelt.

In vielen Farbschichten baut sie ihre Bilder auf, so vielschichtig wie ihre Empfindungen. Die Kunst der Phantasiereise lehren die Bilder Sandra Ottens. In Öl-Spachteltechnik erarbeitet sie ihre Bildmotive. In der Galerie Noack zeigt Otten Pferd und Esel, eine Ansicht der Burg Wasenberg und eine rothaarige Dame in Rückenansicht. Das Besondere an ihren Bildern ist die Kombination von Leinwand und Edelstahl.

Beim dem Bild eines stolzen Hengstes ist die Mähne in Edelstahl geschnitten und glänzt hell, wenn sie denn richtig beleuchtet wird. Eine Eselwiese neben ihrem Atelier in Myhl hatte die Künstlerin zu Eselportraits inspiriert. Sandra Otten hofft, dass ihre Bilder Fröhlichkeit in die Wohnungen der neuen Besitzer bringen. „Man soll Spaß haben mit meinen Bildern.“ Bis zum 20. Juli kann die Sommerausstellung der Galerie Noack, Roermonder Straße 6 in Wassenberg, mittwochs bis samstags von 13 bis 18 Uhr besichtigt werden.