Handel, Wohnen und Dienstleistung auf Areal des alten Amtsgerichts

Altes Amtsgericht-Areal : Handel, Wohnen und Dienstleistung

Die Stadt und das Land NRW haben einen Investor für die weitere Nutzung des Areals des alten Amtsgerichtes, des Gesundheitsamtes und der Polizeiwache gefunden. Dieser plant einen Gebäudekomplex für Handel, Wohnen und Dienstleistungsangebote.

Am Abend vor der Vorstellung des Projekts im Rathaus hatte der Hauptausschuss im nichtöffentlichen Teil seiner Sitzung grünes Licht gegeben für dasVorhaben auf dem rund 7400 Quadratmeter großen Grundstück, dessen Kosten Investor Josef Schoofs aus Kevelaer mit rund 27 Millionen Euro bezifferte. Geschaffen werden sollen rund 2800 Quadratmeter für einen Vollsortimenter, rund 2000 Quadratmeter für Mietwohnungen und rund 3000 Quadratmeter für Büros und Dienstleistungsflächen. Ebenfalls geschaffen werden sollen 260 Parkplätze. Ein Interessent für die große Ladenfläche sei bereits gefunden, betonte Schoofs. Weitere Ladenlokale seien in dem Konzept nicht vorgesehen.

Der Technische Beigeordnete der Stadt Erkelenz, Ansgar Lurweg, sprach davon, dass eine „wichtige Hürde genommen“ und eine rund zweijährige Phase beendet sei, die geprägt war von einer europaweiten Ausschreibung und der Präsentation verschiedener Nutzungs- und Bebauungskonzepte. Nachdem die Nutzung des Amtsgerichts und der Polizeiwache vor drei Jahren aufgegeben worden war, hatte die Diskussion um eine weitere Nutzung des zentral gelegenen Areals begonnen. „Es war kein einfaches Unterfangen“, erklärte er. Mit dem Vergabebeschluss des Hauptausschusses sei das Vergabeverfahren offiziell beendet, nun müssten die entsprechenden Kaufverträge erarbeitet werden, wobei das Liegenschaftsamt des Landes als Eigentümer des Amtsgerichtes mit im Boot ist.

Die Zusammenarbeit mit dem Land bewertete Bürgermeister Peter Jansen als positiv und zielgerichtet. Das Ergebnis sei mit dem integrierten Handlungskonzept (InHK) vereinbar, das am morgigen Mittwoch im Rat auf der Tagesordnung steht. Auch Jansen zeigte sich zufrieden mit dem Ausgang des rund zweijährigen Verfahrens, zu dem ein anonymer Wettbewerb der Investoren gehört hat.

Schoofs ist in Erkelenz kein Unbekannter, denn er hat den neuen OBI-Baumarkt an der Aachener Straße fertiggestellt, nachdem der erste Investor Insolvenz angemeldet hatte. Nun hofft Schoofs, dass alles zügig unter Dach und Fach kommt, damit nach den Abrissarbeiten spätestens 2021 mit der baulichen Realisierung des Projektes begonnen werden kann. Angesichts der ambitionierten Ideen des beauftragten Architekten Markus Rathke können die Bauarbeiten mit mindestens zwei Jahren terminiert werden.

Die Pläne sehen eine Zweiteilung des Baukörpers vor, ein Weg zwischen den beiden Gebäudeteilen schafft eine Verbindung vom Freiheitsplatz zur Kölner Straße. Die obere Atelierstraße zwischen dem neuen Amtsgericht und dem geplanten Schoofs-Bau soll als gemeinsam genutzte Fläche für Fußgänger und motorisierten Verkehr gestaltet werden. Einen Fokus legen der Planer und der Investor auch auf die begrünten Dachflächen, die von den Wohnungen aus nutzbar sein sollen. Geplant sind Zwei- bis Dreizimmerwohnungen. „Luxuswohnungen sind nicht vorgesehen“, betonte Schoofs. Dafür aber ausreichend Stellplätze für Fahrzeuge, zum Beispiel unter dem alten Amtsgericht, wo sich ein Schutzbunker samt Tiefgarage befindet. Diese soll erhalten und erweitert werden. Dazu kommen hundert geplante ebenerdige Parkplätze.