Erkelenz: H. G. Butzko zwischen intelligenten Ansätzen und Kneipenhumor

Erkelenz: H. G. Butzko zwischen intelligenten Ansätzen und Kneipenhumor

H. G. Butzko war nach Erkelenz gekommen, um über „Menschliche Intelligenz“ zu sprechen. So heißt nämlich das neue Programm des Kabarettisten aus dem Ruhrgebiet. Trotzdem widmete er einen Teil seines Auftritts dem neuen US-Präsidenten Donald Trump.

So bleibe zum Beispiel abzuwarten, wie der Populist sich auf dem internationalen Parkett aufführe und ob er bei Reden Angela Merkels auch „lie“ (Lüge) oder „muslim bitch“ (muslimische Schlampe) dazwischenrufen würde.

Trotz aller Verwunderung über den Wahlausgang solle man nicht mit dem Finger auf die Amerikaner zeigen, betonte Butzko. Denn auch in Deutschland gebe es „Dummdödel“. Zum Beispiel im Osten der Republik, wo man auf die Straße gehe, weil man keine Zustände wie im Westen wolle. „Das hätten die mal 1989 sagen sollen“, meinte er weiter und ließ die Auflösung des tausendmal gedachten Gedanken im Raum stehen.

Auf alles eine Antwort

Mit Verwunderung berichtete er, dass er in den sozialen Netzwerken als „Stasispitzel“ bezeichnet werde. Dies alles erzählte er, während er lässig an einem Stehtisch lehnte und vorgab, auf alles eine intelligente Antwort zu besitzen. Schließlich hatte er sein Programm ja der menschlichen Intelligenz gewidmet. Nun ist es immer eine Gratwanderung, wie weit man durch seine eigenen Auslassungen die Messlatte in diesem Bereich nach unten korrigiert.

Butzko vermischte intelligente Ansätze und Sichtweisen auf Stereotype mit der lässig-kraftvollen Sprache des Kneipenpoeten. Dabei ließ er bei seiner Rundfahrt durch die Niederungen der Gesellschaft die üblichen Aussichtspunkte, die von allen Kabarettisten angesteuert werden, natürlich auch nicht aus. Hier ein bisschen Medienschelte wegen Panikmache, da ein bisschen Krankenhauskeim gepaart mit Kapitalismuskritik und noch einer Prise Medienschelte.

Kritische Worte fand er auch für den Umgang der Gesellschaft mit dem Phänomen des Islamismus, bei dem mit einer Gleichsetzung von Terror und Religion gearbeitet werde.

„Es ist scheiße, eine sechsprozentige Minderheit pauschal zu diskriminieren“, betonte er und zog trotzdem Zitate heran, die die Radikalität des Koran belegen sollten. Nur stammten die verwendeten Zitate allesamt aus der Bibel. Diese, so betonte Butzko, habe „das Copyright auf das, was uns am Koran Angst macht“.

Von da aus ging es dann wieder in den Bereich des Thekenhumors und der Wortspiele, bei denen sich Butzko (das H. G. steht übrigens für Hans-Günther) ebenso gut aufgehoben fühlte und die beim Publikum auch gut ankamen. Zum Beispiel der: „Durch die Schönheitschirurgie bekommt der Begriff des Gesichtsverlustes eine ganz andere Bedeutung.“

Kann man drüber lachen — auch im politischen Kabarett. Und so ging es unterhaltsam und wortgewaltig weiter. Das Publikum fühlte sich am Ende bestens unterhalten und bedachte Butzko mit langanhaltendem Applaus. Die Kabarettreihe der Kultur GmbH wird im kommenden Jahr mit vier Terminen fortgesetzt.

(hewi)