GW Karken: Trainer Michael Noethlichs verfolgt Drei-Jahres-Plan

Am Rand des Spielfelds aufgeschnappt : GW Karken und RW Frelenberg wollen angreifen

Auch in dieser Woche hat unserer Reporter wieder die Ohren gespitzt - und Spannendes am Rand des Spielfelds aufgeschnappt. Diesmal hat er bei GW Karken und RW Frelenberg Mäuschen gespielt.

Bei GW Karken verfolgen Trainer Michael Noethlichs und der Vorstand einen Drei-Jahres-Plan. In dieser Saison ging es für Noethlichs zunächst darum, die Mannschaft kennenzulernen und dann Strukturen zu schaffen, um in der kommenden Spielzeit „oben“ in der Kreisliga B 2 angreifen zu können. „GW Karken ist ein toller Verein, es passt“, hat der Trainer schon festgestellt. Er weiß aber auch, dass er mit der jungen Mannschaft noch viel Arbeit vor sich hat.

Er möchte, dass die Mannschaft flexibler wird und mehrere Spielsysteme beherrscht. Sonst sei man von den Gegnern leichter auszurechnen. Die Karkener hatten einen ordentlichen Start erwischt, wobei drei der vier Unentschieden vermeidbar gewesen wären. Der Trainer erinnert sich an das 0:0 zum Auftakt gegen Braunsrath, als man einige Male Aluminium traf und in Eins-gegen-Eins-Situationen nicht den Weg ins Tor fand.

Bei zwei weiteren Punkteteilungen hatte man bis in die Schlussphase geführt. „Das 1:1 in Erkelenz war in Ordnung, das war ein Spiel auf Augenhöhe“, so Noethlichs. Zum Ende der Hinrunde kam Verletzungspech hinzu. So erwischte es im Verfolgerduell in Orsbeck gleich zwei Spieler. Nodjo Diallo erlitt einen Nasenbeinbruch, bei Andre Jütten riss das vordere Kreuzband, und auch der Meniskus war beschädigt. Tobias Kunzemann hatte sich schon vorher einen Muskelfaserriss zugezogen. Dem Trainer fehlten drei starke Innenverteidiger.

Die Mannschaft sei geschockt gewesen. „So waren die letzten Niederlagen zu erklären“, sagt der Trainer. Die Mannschaft war da in ein kleines Loch gefallen und von den Gegnern Effeld und Waldfeucht-Bocket ausgekontert worden. Gefehlt hatten dem Trainer auch Marius und Simon Zaunbrecher, die bei den Grün-Weißen hauptsächlich für Tore verantwortlich sind. Noethlichs hat eine Reihe guter Spieler in der Mannschaft. So lobt er Maurice Frenken, der viele Dinge sehr schnell umsetzt und „unfassbar zweikampfstark“ ist.

Von der Physis her sei Mittelfeldspieler Ibrahqima Diallo einer der besten Spieler in der Klasse, taktisch und im Abschluss gebe es Verbesserungsmöglichkeiten. Noethlichs stellt auch das gute Defensivverhalten von Daniel Sterle auf der rechten Seite heraus. Der Trainer ist von seiner Mannschaft überzeugt und auch optimistisch, dass man die angestrebten Ziele erreichen kann. „Alle bleiben und sind auch vom Konzept überzeugt“, weiß er.

Bei RW Frelenberg verlief die Hinrunde nicht so, wie man es sich vorgestellt hatte. Die erste Mannschaft hängt im Mittelfeld der Kreisliga B 3 fest, die Zweitvertretung hat nach ihrem Aufstieg in der Kreisliga B 2 erst einen Punkt geholt. Abteilungsvorsitzender Mathias Kaminski hatte sich erhofft, dass der eine oder andere Spieler vor der Saison hinzugekommen wäre. „Die Identifikation des Ortes mit dem Verein ist fast nicht mehr gegeben“, hatte Kaminski festgestellt.

Der Nachwuchs fehle ebenso wie die Attraktivität. Die Jugendabteilung umfasst derzeit zwei Mannschaften: Die E-Junioren sind im Spielbetrieb, die G-Junioren noch im Aufbau. In den nächsten zehn Jahren ist damit kein Zuwachs aus der Jugend für die Seniorenmannschaften zu erwarten. Dabei müssten beide Seniorenteams verjüngt werden. Kaminski wünscht sich, dass Spieler, die in der Jugend bei den Rot-Weißen gespielt haben, wieder zurückkommen. „Doch dazu fehlen derzeit schlagkräftige Argumente“, so Kaminski. Die zweite Mannschaft hatte nach dem Aufstieg einige Klatschen kassiert. Nach vier bis fünf Spieltagen hatte man sich gefragt: Macht das Sinn?

Die Spieler wollen die Saison beenden, hatte der Abteilungsvorsitzende erfahren. Und er sieht durchaus Chancen, die Klasse zu halten. „Mit drei bis vier Siegen ist man aus dem Tabellenkeller raus“, sagt Kaminski zur Konstellation. Einige Spieler seien in der neuen Umgebung unter ihren Möglichkeiten geblieben. Zudem hatte der eine oder andere sein Glück in der ersten Mannschaft versucht, zumal Aufstiegstrainer Swen Kärcher die Erstvertretung übernommen hatte. Torjäger Tobias Paulus war zu seinem Heimatverein SV Scherpenseel-Grotenrath zurückgekehrt.

„Es wäre zu einfach, es an einem Spieler festzumachen“, sagt Kaminski. Die Erstvertretung hat in der Winterpause auch Abgänge zu verzeichnen. Torjäger Dennis Sommer zieht es zum SV Scherpenseel-Grotenrath, zudem haben sich Maurice Staas und Denis Spahic abgemeldet. Steven Moosmann, der sich ebenfalls abgemeldet hat, hatte in der Hinrunde kein Spiel absolviert. Um das Ziel zu realisieren, die zweite Mannschaft in der B-Liga zu halten, „muss man denn auch zusammenarbeiten“, ist die klare Vorstellung des Abteilungsvorsitzenden. Es gehe nur gemeinsam. Darauf setzt er.


PS: Es wird weiter notiert!

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