Erkelenz: Guido Cantz zeigt sich beim Auftritt in Erzähllaune

Erkelenz : Guido Cantz zeigt sich beim Auftritt in Erzähllaune

Sein „Blondiläum“ feiert der Unterhaltungskünstler Guido Cantz derzeit landauf landab. 25 Jahre auf der Bühne, eigentlich sogar schon 27, waren Grund genug, um auch in Erkelenz in der Stadthalle Station zu machen.

Spätestens seit er 2009 die Familiensendung „Verstehen Sie Spaß“ übernommen hat, ist der blonde Wahl-Kölner einem breiten Publikum bekannt. Bevor er die Bühne betrat, ließ er sich aber von bekannten Promis aus dem Fernsehen in kleinen Filmschnipseln ankündigen. Und so fanden der Raritätenjäger und TV-Koch Horst Lichter und sein Kollege Steffen Henssler ebenso lustige Worte über den Jubilar wie der Comedian Knacki Deuser und andere Prominente aus der Unterhaltungssparte.

Seinen ersten Auftritt vor großem Publikum hatte er 1991 in Aachen, verriet er dem Publikum. Damals hatte seine Oma noch Sorge, ob er denn von dem, was er da tat, auch leben könnte. Eine Sorge, die sich mittlerweile als unbegründet herausgestellt haben sollte. Cantz erzählte viel von „früher“, als er seinen Wehrdienst in der Kleiderkammer des Bundeswehrzentralkrankenhauses in Koblenz abgeleistet hatte, um dann ein „Fernstudium“ an der Kölner Uni zu beginnen.

Nicht nur weichgespült

Und wo er gerade beim Rückblick war, kam er auch auf Worte und Begriffe, die heute nicht mehr bekannt sind. Wie „Telefonzelle“, die heute von jungen Mitbürgern als „Arrest für Mobiltelefone“ interpretiert werde. Das Wort „Googeln“ kannte man hingegen früher nur in Sachsen als Bezeichnung für den Weihnachtsbaumschmuck. Andere Zeiten, andere Sitten.

Seine Gags taten keinem weh. Selbst wenn er sich über seinen Freund Boris Becker lustig machte, geschah dies mit einem gewissen Augenzwinkern. Doch so weichgespült ging es bei Cantz nicht nur zu. Denn im Fluss seiner Themen konnte er umschalten und zum politischen Kabarettisten werden, der den Präsidenten der USA ebenso attackierte wie seinen nordkoreanischen Gegenspieler.

Das Publikum in der Erkelenzer Stadthalle konnte sich an einem lauen Abend über einen Guido Cantz freuen, der in Erzähllaune war und das auch gerne zeigte.

(hewi)
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