Grünen geht Klimaschutz im Kreis Heinsberg zu schleppend voran

Antrag an den Rat : Grünen geht Klimaschutz zu schleppend voran

Den Wassenberger Grünen geht die Entwicklung in der Stadt in Sachen Klimaschutz offenbar zu schleppend voran. Das Klimaschutzkonzept, das im Jahr 2015 für die Stadt erarbeitet worden sei, beinhalte neben einer Reihe von konkreten Vorschlägen eine Potenzialanalyse, die aufzeige, unter welchen Voraussetzungen und in welchem Umfang eine Kohlendioxid-Reduzierung möglich sei, erklärt Fraktionschef Robert Seidl. „Nach dem das vom Land NRW finanzierte Konzept fertiggestellt war, erfolgten zwischen 2015 und heute kaum relevante Umsetzungsschritte.“

Dies sei nicht zuletzt deshalb der Fall, weil das Land keine konkreten Vorgaben gemacht habe, meint Seidl. Hier bedürfe es einer dringenden Überarbeitung mit klaren strategischen Zielen und Handkungsaufträgen, die Politik und Verwaltung vereinbaren müssten.

Um dem Ziel einer klimagerechten Kommune näher zu kommen, schlagen die Grünen daher einige kurz-­ und mittelfristig zu realisierenden Maßnahmen vor. Die Stadt solle demnach beschließen, bis zum Jahr 2030 Kohlendioxid freie Kommune zu werden. Sie solle daran arbeiten, sich mit einer eigenen Energieversorgung durch die erneuerbaren Energien Wind, Solar und Biogas unabhängig zu machen von fossilen Energieträgern. In diesem Zusammenhang sollten innovative Projekte der Stromspeicherung gefördert werden. Sogenannte Bürgerenergieanlagen sollen nicht nur unterstützt, sondern diese auch beworben werden.

Den Grünen schwebt auch vor, dass der Anschluss ans Fernwärmenetz vorangetrieben wird. Gerade bei der Erschließung von Neubaugebieten müsse für effiziente KWK-Anlagen die Werbetrommel gerührt werden.

Den Ausbau des Radwegenetzes im Zentrum der Stadt haben die Grünen ebenfalls im Auge. Neben der Klimarelevanz erhöhe das die Verkehrssicherheit und fördere gleichsam die Attraktivität, glaubt Seidl. In dem Zusammenhang müsse geprüft werden, ob für Wassenberg die Errichtung einer Mobilitätsstation sinnvoll sei, die die verschiedenen Verkehrsangebote im Straßenraum verknüpfe.

Auch der Gartengestaltung widmen sich die Grünen. Eine entsprechende Satzung soll der zunehmenden Versiegelung in Neubaugebieten entgegenwirken. Gleichzeitig sollen Anreize für den Rückbau von „Steingärten“ geschaffen werden. Dazu passt auch der Wunsch nach Baumpflanzungen entlang städtischer Straßen und im Außenbereich zur Verbesserung des Mikroklimas. Der Bauhof müsse im Zuge dessen verpflichtet werden, auf Insekten tötende Pestizide in städtischen Gartenanlagen zu verzichten.

Zu guter Letzt sähen die Grünen die Stadt am liebsten in der Pflicht, ein Konzept zur Klimafolgeanpassung zu erstellen. Dazu gehört nach ihren Vorstellungen auch die Planung eines Wohnquartiers, das eine zunehmende Hitzebelastung berücksichtigt.

Jetzt wird sich zeigen, ob der umfassende Antrag der Grünen bei der nächsten Ratssitzung am Donnerstag, 26. September, im Wassenberger Rat auch bei den anderen Fraktionen Gehör finden wird.

(her)
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