Wassenberg: Grüne wollen weniger Kies in den Vorgärten

Wassenberg: Grüne wollen weniger Kies in den Vorgärten

Vorgärten werden immer häufiger mit Zierkies oder Split gestaltet. Das ist jedenfalls der Eindruck der Grünen im Wassenberger Rat. Um das zu ändern, haben sie beantragt, eine Satzung zu erlassen, die regelt, wie die Vorgärten zu gestalten sind. Möglich ist zum Beispiel festzulegen, wie groß ein Mindestanteil von Grünfläche und Bepflanzung sein soll.

Damit würde man den Bauherren ein Stück Entscheidungsfreiheit nehmen. Die Grünen glauben allerdings, dass eine solche Regelung das Erscheinungsbild der gesamten Stadt aufwerten würde.

Bepflanzte Vorgärten passten nämlich besser in eine Stadt, die ihre Innenstadt aufgewertet hat, die Park- und Grünanlagen rund um den Burgberg hat und die Mitglied des Europäischen Gartennetzwerkes und Gewinner beim Wettbewerb Entente Florale ist, schreibt Grünen-Fraktionsvorsitzender Robert Seidl in seinem Antrag. Die aktuelle Situation beschreibt er so: „In Wassenberg macht sich ein unübersehbarer Trend breit, der sich auf das Erscheinungsbild der Stadt negativ auswirkt: die Verödung der Vorgärten in den Wohngebieten.“ Wenn die Vorgärten ganz in Beton und Naturstein gehalten sind, hätten auch Vögel, Schmetterlinge, Bienen, Marienkäfer und Hummeln das Nachsehen. „Massenhaft verschwinden zurzeit Hecken und Grünflächen und werden durch ökologisch wertlose Kiesflächen mit einzelnen immergrünen Pflanzen ersetzt“, so Seidl.

Das Thema Vorgartengestaltung ist in den vergangenen Monaten in vielen Kommunen Thema gewesen. Im Kreis Heinsberg haben die Stadt Heinsberg und die Gemeinde Selfkant bereits Regelungen erarbeitet, die Vorgaben zur Vorgartengestaltung machen. Auch in Xanten und Wesel waren sie Thema. Seidl: „Die Erfahrung zeigt, dass überall dort, wo die Vorgartensatzung mit den Bürgerinnen und Bürgern vernünftig kommuniziert wird, die Akzeptanz groß ist.“

(ger)