Erkelenz: Grüne wollen Teile der Immerather Mühle retten

Erkelenz : Grüne wollen Teile der Immerather Mühle retten

Aufgeben ist für die Grünen offenbar keine Option. Der Erhalt der Immerather Mühle „als Zeichen der Fruchtbarkeit der Erkelenzer Börde und kultureller Nutzung des Erkelenzer Stadtgebietes, das nun von RWE unwiderruflich zerstört wird“, ist den Erkelenzer Grünen immer noch ein Herzensanliegen.

Den Verkauf des Wahrzeichens an RWE konnten sie zwar nicht verhindern, weil die Mühle im genehmigten Abbaubereich des Tagebaus Garzweiler II liegt, doch eine Chance sehen die Grünen noch.

Neben der rechtlichen Möglichkeit des RWE, sich in den Besitz der Mühle zu bringen, sei letztlich der von dem Ersten Beigeordneten der Stadt Erkelenz, Dr. Hans-Heiner Gotzen, geschilderte bauliche Zustand der Mühle ein wesentlicher Grund dafür gewesen, weshalb der Rat der Stadt Erkelenz dem Verkauf zugestimmt habe.

In einem Gespräch zwischen der Fraktion der Grünen und Gotzen schlugen die Grünen vor, zu prüfen, ob zumindest Teile im Besitz der Stadt Erkelenz verbleiben können, um diese der Nachwelt als „Zeichen der Zerstörten Heimat“ zu erhalten. Diese Prüfung habe Gotzen zugesichert und der Vorschlag so Eingang in den notariellen Vertrag zum Verkauf der Immerather Mühle gefunden.

Da aber immer noch die geringe Möglichkeit bestehe, dass der Standort der Immerather Mühle nicht dem Braunkohletagebau zum Opfer fällt, sondern im Rahmen der Verkleinerung des Tagebaus erhalten bleiben könnte, wandten sich die Grünen darüber hinaus direkt an den Vorstandsvorsitzenden der RWE AG, Dr. Rolf-Martin Schmitz. Ihre Bitte war zu prüfen, ob der Erhalt der Immerather Mühle nicht doch noch möglich sei, bzw. durch den Erhalt einzelner Teile in einem noch zu bestimmenden Bereich innerhalb des „Grünen Bandes“ gewährleistet werden könnte.

In einem Antwortschreiben antwortete RWE nun den Erkelenzer Grünen offenbar, dass RWE dem Vorschlag der Grünen, den Abriss der Immerather Mühle zunächst auszusetzen, um die weitere Entwicklung des Tagebaus abzuwarten, nicht folgen könne. Dem Grünen-Vorschlag, Teile der Immerather Mühle in einem noch zu errichtenden Erinnerungsbauwerk im „Grünen Band“ zu nutzen, sei RWE ja bereits im Vertrag zum Verkauf der Mühle gefolgt. Der konkrete Ablaufplan zur Entnahme der zu diesem Zweck nutzbaren Bauteile liege nun in der Koordination der zuständigen Gremien.

Für die Grünen sei dies letztlich die Aufforderung an den Rat der Stadt Erkelenz, die Planungen für diesen Erinnerungsstandort einzuleiten und gemeinsam mit den Vertretern der rund 5000 Bürger der Stadt Erkelenz, die durch den Tagebau ihre Heimat verloren hätten, ein „würdiges Signal zur Erinnerung an ihre zerstörte Heimat und damit gleichzeitig ein Signal gegen Vertreibung und Zerstörung durch Braunkohletagebau zu setzen“, ließen die Grünen jetzt in einer Presseveröffentlichung wissen.

Da dieses Ziel ein gemeinsames Ziel aller Erkelenzer sein sollte, würden die Grünen zunächst interfraktionelle Gespräche mit den anderen politischen Gruppierungen im Rat der Stadt Erkelenz und darüber hinaus im Zweckverband Tagebaufolgelandschaft führen, um dieses Ziel gemeinsam zu erreichen.

(red)
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