Grüne scheitern mit Baum-Antrag im Umweltausschuss

Erkelenzer Innenstadt soll grüner werden : Bäume sollen wachsen, nur jetzt noch nicht

„Wie pflanzt man wo welche Bäume?“ Mit diesen Worten brachte der technische Beigeordnete Ansgar Lurweg die Diskussion im Umweltausschuss um den Antrag der Grünen zu Baumpflanzungen in der Innenstadt auf den Punkt.

Denn an sich scheinen die Grünen mit ihrem Antrag auf Neupflanzung von Linden am Alten Rathaus und Begrünung der Innenstadt dasselbe Ziel zu verfolgen wie die CDU. Beiden geht es nach eigener Aussage um die Aufenthaltsqualität am Markt und im Stadtkern. Die Grünen wollen jedoch, dass schnell gehandelt wird, die meisten anderen Parteien im Rat setzen auf das Innenstadtkonzept, das gemeinsam erarbeitet werden und die Marschrichtung anzeigen soll. Daher fand der Antrag trotz aller Sympathie keine Mehrheit.

 Vor der Sitzung hatte Annette Funke im Namen der Initiative dem ersten Beigeordneten Dr. Hans-Heiner Gotzen noch 500 weitere Unterschriften überreicht. Bereits im Juli hatte Bürgermeister Peter Jansen rund 1900 Unterschriften entgegengenommen.

 In der Sitzungsvorlage schlug die Verwaltung vor, dem Antrag nicht zu folgen. Stefan Heinrichs, der Leiter des Grünflächenamtes, begründete erneut die Fällung der Bäume, die bislang noch nicht durchgeführten Neupflanzungen an der Kölner Straße und weshalb bestimmte Baumarten nicht mehr als Straßenbäume gepflanzt werden könnten. Dabei verwies er auf die „vielfach verdichteten und konfliktreichen Versorgungs- und Entsorgungsleitungen im Erdreich und die bevorstehende Sanierung der Kölner Straße, die ebenfalls gegen eine jetzige Bepflanzung spreche.

 Der erste Beigeordnete Gotzen betonte, dass sich die Verwaltung nicht gegen Bäume ausspreche und verwies bei der kritisierten Fällung der Linde auf das Gefährdungspotenzial. Die Antragsteller sahen weiterhin Handlungsbedarf. Die hohe Beteiligung zeige, dass die Bürger „viel Wert legen auf die Bäume in der Innenstadt“, betonte die grüne Ratsfrau Angelika Göhl und fügte hinzu, dass die Fällung der Linde am Alten Rathaus, die Bürger „irritiert“ habe. Das Innenstadtkonzept sei noch nicht in Sicht, bis zu seiner Erarbeitung könne es noch Jahre dauern.

Dem widersprach Klaus Steingießer von der CDU. Er warb für die gemeinsame Erstellung des Konzeptes und fügte hinzu, dass man bis dahin auf eine Linde am Alten Rathaus verzichten müsse. Bis Ende 2019 könne das Konzept vorliegen, wenn alle Ratsparteien gemeinsam daran arbeiteten. Bis dahin müsse man mit einer Linde weniger am Alten Rathaus leben.

 Anne Marie Schroers von den Grünen betonte, es handele sich nicht um einen Scheinkonflikt, wie den Grünen aus den Reihen der CDU vorgeworfen worden war. „Wir nehmen die Interessen der Bürger wahr“, betonte sie. „Die wollen Bäume in der Innenstadt und nicht in den Baugebieten am Stadtrand.“ Auch sie verwies auf die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt, die aufrechterhalten werden müsse.

Der technische Beigeordnete Lurweg brachte Kübelbepflanzungen ins Spiel, da aufgrund der anstehenden Kanalarbeiten Pflanzungen nicht sinnvoll seien. Letztendlich fand der Antrag der Grünen im Umweltausschuss keine Mehrheit und wird abschließend noch einmal im Stadtrat beraten.