Beitrag zum Klimaschutz: Grüne im Kreis Heinsberg wollen Aufforstung forcieren

Beitrag zum Klimaschutz : Grüne im Kreis Heinsberg wollen Aufforstung forcieren

Der Wald als bester Verbündeter der Menschen beim Klimaschutz bringt politisch alle Lager zusammen: die Grünen sowieso, aber auch Konservative wie Markus Söder. Hinzu kommt der soziale Faktor: Bäume sind Naherholungsgebiete für alle Schichten und Milieus.

Das freut Linke wie Sozialdemokraten. Aber dem Wald geht es schlecht. Und doch schlummert in ihm auch eine Möglichkeit zur Linderung der Klimasorgen. Und dort könnte der Kreis Heinsberg ins Spiel kommen. Das fordern zumindest die Grünen in einem Antrag.

Forderungen, den Wald mit zusätzlichen Bäumen fit für die Strapazen des Klimawandels zu machen, sind in diesem Sommer immer wieder zu hören. Sogar der bayerische Ministerpräsident Markus Söder kündigte vergangenen Monat an, 30 Millionen Bäume in Bayern pflanzen zu wollen.

Nun ist der Wald eigentlich ein klassisch grünes Terrain. So passt es dann auch zum Geist der Zeit und zur parteipolitischen Grundausrichtung, dass die Grünen-Kreistagsfraktion aufforsten will. Gleichzeitig sollten auch Fassaden begrünt werden, fordert die Fraktion in einem Antrag, der am Dienstag, 3. September, im Ausschuss für Umwelt, Klima, Verkehr und Strukturwandel behandelt werden könnte.

„Zweigleisig laufen“

Für die Grünen stellt das Aufforsten im Kreis Heinsberg einen wichtigen Part beim Klimaschutz dar: Denn der müsse „zweigleisig laufen“, so die Grünen. „Zum einen muss der CO2-Ausstoß massiv verringert werden, zum anderen muss CO2 aus der Atmosphäre gebunden werden. Dies ist notwendig, um das Pariser Klimaschutzabkommen einzuhalten“, teilte die Fraktion nun mit. Das Abkommen besagt, dass die Erwärmung unter zwei Grad Celsius bleiben muss. Die Grünen sehen einen Beitrag, den der Kreis dabei leisten kann, in Aufforstung und Begrünung, um das CO2 zu binden, wie in dem nun vorgelegten Antrag deutlich wird.

Der Kreis Heinsberg gehöre zu den waldärmsten Gebieten in Nordrhein-Westfalen. Wegen „zunehmender Flächenversiegelung durch Straßen und Gewerbegebiete“ und wegen des Braunkohletagebaus Garzweiler II verschwänden noch mehr Bäume und Grünflächen. „Der Kreis soll Vorbild sein und daher auf seinen eigenen Flächen für mehr Grün in Form von Bäumen, Sträuchern und Fassadenbegrünung sorgen“, sagte Ulrich Horst, umweltpolitischer Sprecher der Kreistagsfraktion der Grünen.

Deshalb soll sich der Kreis Heinsberg „das verbindliche Ziel“ setzen, „Waldflächen und Baumbestände im Kreisgebiet systematisch zu vergrößern“, heißt es in dem Antrag. Weiterhin sollten kreiseigene Flächen, zum Beispiel an Straßen, auf Ausgleichsflächen und auf Grünflächen mit im Hinblick auf den Klimawandel geeigneten Baumsorten bepflanzt werden. „Abgestorbene Bäume werden umgehend durch Nachpflanzungen ersetzt“, so eine Forderung in dem Antrag. Auch solle der Kreis seine Bemühungen intensivieren, Ausgleichsflächen mit dem Ziel der Aufforstung zu erwerben.

In welchem Umfang der Kreis aufforsten soll, konnte Ulrich Horst noch nicht sagen. Da seine Fraktion nicht wisse, wie viele Flächen aktuell zur Verfügung stehen, könne man die Forderung auch nicht quantifizieren. Schwerpunkte könnte Horst sich vornehmlich im Erkelenzer Stadtgebiet oder auch auf dem Gebiet der Stadt Heinsberg vorstellen.

Wenn Bäume gepflanzt werden, dann sei wichtig, dass sie dem Klimawandel gewachsen sind. Zwar sähe Horst am liebsten heimische Baumsorten, sollten andere Arten jedoch resistenter gegen Hitze und Trockenheit sein, hält er diese auch für geeignet, sie in Mischwaldflächen im Kreis zu pflanzen.

Mit gutem Beispiel vorangehen

„Die Zeiten, als Bäume an Straßenrändern wegen möglicher Unfallgefahren gefällt wurden, müssen endlich vorbei sein“, teilen die Grünen mit. Versiegelte Flächen und Gebäude, die sich im Sommer stark aufheizen, könnten durch Begrünung für ein besseres Kleinklima und für Kühlung sorgen. „Statt die Vorgärten in eine graue Steinwüste zu verwandeln, wie es immer häufiger an Einfamilienhäusern zu beobachten ist, soll der Kreis mit gutem Beispiel vorangehen und seine Flächen und Fassaden begrünen“, sagte Horst.

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