Grün und Weiß prägen pralles Musikfest

100-jähriges Bestehen : Grün und Weiß prägen pralles Musikfest

Wie sehr sich die Mitglieder der Vereine in der Zwei-Dörfer-Gemeinschaft Kirchhoven und Lieck gegenseitig unterstützen und mehr noch fest zusammenhalten, wenn es etwas zu feiern gilt, zeigte sich am Wochenende einmal mehr beim großen runden Geburtstag des Spielmannszuges „Grün-Weiß“.

Drei Tage lang wurde dessen 100-jähriges Bestehen gewürdigt, mit viel Tradition beim Festabend und Großem Zapfenstreich, mit ausgelassener Party zu Livemusik der Kölschrock-Band „Räuber“ und nicht zuletzt mit einem großen Festzug, an dem sich elf musizierende Vereine sowie neben den Schützen aus Kirchhoven und Lieck auch Bruderschaften aus Brüggen und Neuss sowie die Ortsvereine beteiligten.

Schon der Festabend wurde mit zünftiger Marschmusik eröffnet, von den Trommler- und Pfeiferkorps aus Dremmen und Kempen. Sie konnten gestern am Festzug nicht teilnehmen, wollten es sich aber nicht nehmen lassen, den Kirchhovenern ein Ständchen zu spielen und zugleich zu ihrem eigenen 100-Jährigen im kommenden Jahr einladen. Die Begrüßung und Moderation oblag mit Juppi Jansen-Wallraven dem Vorsitzenden des Ortsrings Kirchhoven-Lieck, der diesen Abend zu Ehren des Geburtstagskinds ausrichtete. Was den Kirchhovener Spielleuten dann natürlich auch selbst einen famosen Auftritt auf der Bühne ermöglichte, zunächst unter Leitung ihres Dirigenten Jo Hamers, später noch einmal mit Korpsführer Udo von Ophoven. Dass sich der Verein um seinen Nachwuchs keine Sorgen machen muss, zeigten die ganz jungen Spielleute, die unter der Leitung von Klaus Schafferhans mit ihren Instrumenten musikalisch die Bühne rockten.

Tradition auf der einen, aber auch Weitblick auf der anderen Seite würden den Verein prägen, erklärte Jürgen Houben vom Vorstandsteam. So würden zum Beispiel derzeit in einer AG an der Kirchhovener Brunnenschule 15 junge Musiker für den Verein ausgebildet. „So mache ich mir um die Zukunft des Vereins keine Sorgen“, betonte er. Es sei schön anzusehen, dass im Spielmannszug mehrere Generationen gemeinsam unterwegs seien, erklärte Pfarrer Arnold Houf. Vereine seien wichtig, gerade in der heutigen Zeit, denn auch sie gäben Menschen ein Zuhause, aus dem sich neuer Lebensmut schöpfen lasse.

Der Verein selbst hatte seine Gäste am Freitagabend in einem Umzug zum Festabend im Zelt geleitet. Foto: Anna Petra Thomas

Mehr als 45 Kirchhovener Spielleute hätten sich auf der Bühne präsentiert, hob Bürgermeister Wolfgang Dieder in seinem Grußwort hervor. „Es macht einen als Bürgermeister stolz, wenn man solche Vereine sieht“, sagte er und lobte zudem den dauerhaft beachtlichen Leistungsstand des Spielmannszuges. „Wer das so viele Jahre schafft, der muss einfach gut sein!“ Weniger mit Worten als vielmehr selbst musikalisch gratulierte der CDU-Bundestagsabgeordnete Wilfried Oellers als Schirmherr am E-Piano. Zur Stammbaum-Melodie der Bläck Fööss über die „Jecke am Rhing“ besang er die Geschichte der Kirchhovener Spielleute: „Kameradschaft und Freud, Applaus von den Leut´, darauf könnt ihr verdammt stolz sein.“

Das brachte ihm stehende Ovationen im Festzelt ein und war der Höhepunkt im musikalischen Programm, „erste Sahne“, wie ihm Ortsvorsteher Johannes Geiser in seinem Grußwort bescheinigte. Weitere Höhepunkte sollten folgen von Hubert Jütten als einem Ehemaligen und von Vertretern zweier Vereine, für die sich der Spielmannszug seit Jahrzehnten engagiert: Dr. Uwe Kirschbaum von der Schützengesellschaft St. Hubertus Neuss und Günther Pannenbecker vom Schützenverein St. Sebastianus Düsseldorf.

Musikalisch gratulierten zudem der Jugendchor St. Hubertus, der Männergesang St. Josef und der Instrumental-Verein Kirchhoven sowie der Frauenchor Butterfly aus Lieck. Auf Ehrungen für verdiente Mitglieder und den Verein selbst folgten eine Gratulationscour der Vereine und ein Großer Zapfenstreich, an dem auch die Feuerwehr und die Schützenbruderschaften Kirchhoven und Lieck mitwirkten.

Eine richtige Geburtstagsparty stieg hier am Samstag mit Livemusik von der Band Räuber. Foto: Anna Petra Thomas

Nachdem die Band Booster dann bei der Party am Samstag schon gut eingeheizt hatte, war die Stimmung grandios bei einer ganzen Stunde voller Räuber-Rock live. „So laut habe ich das dieses Jahr noch nicht gehört“, freute sich Frontmann Sven West, als das ganze Zelt „Kölle alaaf“ sang. „Dat es Heimat“ sang er dann sogar mitten im begeisterten Publikum und über die lange Theke laufend auch ganz hinten im Zelt.

Der große Festzug am Sonntag und das imposante Bühnenspiel der zahlreichen Vereine waren dann das Sahnehäubchen auf der rundum gelungenen, dreitägigen Geburtstagsfeier.

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