Heinsberg: Große Resonanz: Stadtfest für Kunden und Besucher

Heinsberg: Große Resonanz: Stadtfest für Kunden und Besucher

War der Start am Samstag noch von Regen getrübt, blieb es am verkaufsoffenen Sonntag entgegen aller Voraussagen doch trocken beim Buure Maat in Heinsberg. So freute sich der Gewerbe- und Verkehrsverein (G&V) als Veranstalter doch über viele Besucher, die ihre Freizeit zu einem gemütlichen Stadtbummel in einer landwirtschaftlich geprägten Atmosphäre nutzten.

Als Vertreter des G&V-Vorstands hatte Michael Fritsch das Stadtfest am Samstagvormittag eröffnet — an der neu eröffneten Bar von Matthäus Fattout. Neben zahlreichen Vertretern aus Politik und Wirtschaft sowie aus Reihen der Sponsoren und Teilnehmer hieß er als Schirmherrn den Heinsberger Propst Markus Bruns willkommen. „Ich begrüße aber auch alle Kunden und Besucher unserer schönen Stadt. Für sie organisieren wir ein Stadtfest. Für sie sind wir gerne da“, so Fritsch.

„Heimat shoppen“

In der Innenstadt waren zu dieser Zeit schon die ersten Bürger mit großen, weißen Papiertüten unterwegs, auf denen das runde, gelbe Logo mit der Aufschrift „Heimat shoppen“ deutlich sichtbar war. In Heinsberg fielen die beiden Aktionstage zu dem Projekt, an dem auch der Zeitungsverlag Aachen beteiligt ist, mit dem Stadtfest zeitlich zusammen. „Wir haben das Motto auch auf unseren Werbeträgern platziert, unterstützt es doch den heimischen Handel. Und damit gleichzeitig die Gewährleistung einer intakten Infrastruktur in unserer Stadt, seien es Kindergärten, Spielplätze oder Sportanlagen“, hatte Fritsch schon im Vorfeld des Festes zum Projekt erklärt.

Es gehe nicht nur darum, den regionalen Handel in den Blick zu nehmen, sondern ihn auch zu nutzen, damit der Lebensraum nicht zur Schlafstadt verkomme, mahnte der Propst als Schirmherr, der sich auch selbst als „klerikaler Kleingärtner“ bezeichnete. Immerhin sei er doch im Garten der Propstei Herr über zwei Gänse, acht Hühner, einen Hahn und eine Schildkröte.

„Wir haben es selbst in der Hand, wie lebendig unsere Stadt ist!“ Bruns wünschte dem Fest viele Besucher und ihnen einen Einblick in ein „lebendiges Schaufenster“, den Gewerbetreibenden eine gute und zufriedene Kundschaft, „und allen wünsche ich ein vernünftiges Wetter“, schloss er, nicht ohne zuvor Menschen und Tiere zu segnen. Dies schien weiter oben Gehör gefunden zu haben, denn nach Regen und schlechtem Besuch am Samstag „brummte“ es am Sonntag nach Öffnung der Geschäfte doch noch, wenn auch die Sonne nicht scheinen wollte.

Viele Besucher bewunderten bei ihrem Rundgang zunächst den kleinen Zoo, der auf dem Marktplatz entstanden war. Dort gab es eine kleine Ziege, die gerne auf den Strohballen hüpfte und sich dann von den Besuchern streicheln ließ. Hühner waren dabei, kleine Husumer Schweine, Schafe und Ponys. Neben dem Erlebnisbauernhof Blomland aus Waldfeucht-Bocket präsentierten sich auf dem Marktplatz die Eselfarm aus Wassenberg und die sogenannten Shirehorses aus Heinsberg-Unterbruch.

Der Donseler Hof bot auf dem Marktplatz Pony-Reiten an, und am Sonntag konnten dort auch die Kutschen der Schnitzlers aus Waldfeucht bewundert werden. Auf die Zucht selten gewordener, einheimischer Tierarten hat sich die Nutztierarche in Geilenkirchen-Tripsrath spezialisiert. Sie hatte zum Beispiel auch Lockengänse mit nach Heinsberg gebracht.

In der ganzen Innenstadt verteilt präsentierten sich neben zahlreichen Händlern viele Freunde von Traktoren und Landmaschinen. Die historischen Schätzchen zogen die Blicke ebenso auf sich wie die Kolosse mit modernster technischer Ausstattung, die von zwei Fachfirmen vorgestellt wurden. Erstmals dabei war in diesem Jahr der Verein für historische Landmaschinen aus dem Selfkant, der nicht nur alte Traktoren, sondern auch Pflug, Grubber, Kultivator und Mähbalken mitgebracht hatte und sie den interessierten Besuchern gerne erklärte.

Wilder Westen in der Klostergasse

Auf dem Rathausplatz boten Obst-Stefan, Käse-Karl und Aal-Ole derweil als Hamburger Marktschreier an beiden Tagen ihre Waren feil. Die Klostergasse hatte sich in die Kulisse des Wilden Westens verwandelt. Da konnte zum Beispiel jeder sein Erinnerungsfoto in einer Gefängniskulisse schießen. Zum Ausklang stand am Sonntag der Trecker-Korso durch die Innenstadt auf dem Programm.

(anna)
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