Grenzgemeinden enthüllen Gedenkstele im Selfkant

100 Jahre Kriegsende : Gemeinden erinnern ans Kriegsende

Der Westzipfelpunkt Deutschlands hinter Isenbruch ist um eine geschichtliche Attraktion reicher: In einer kleinen Feierstunde wurde am Freitagnachmittag eine Stele enthüllt, die die geschichtliche Historie an der Westgrenze wiedergibt.

Diese Stelle mit einer Info-Tafel an der historischen Stelle an der jetzigen K1 dokumentiert die Rückkehr der deutschen Soldaten nach dem Ende des ersten Weltkrieges vom belgischen Maaseik über das damals neutrale niederländische Gebiet in die Heimat.

„Für die Gemeinde Selfkant bedeutet das, dass an so einem Tag unser Zusammenleben in der Grenzregion – mit dem niederländisch Limburg, belgisch Limburg und dem Selfkant – gelebt wird und das Zusammengehörigkeitsgefühl eindrucksvoll herausgestellt wird“, erklärte Bürgermeister Herbert Corsten in seiner Rede zu Beginn.

Erst im vergangenen November wurde gemeinsam im belgischen Masseik sowie auf und vor der geschichtsreichen Pater-Sangers-Brücke, der Grenzbrücke über die Maas zwischen Belgien und den Niederlanden, beim 100. Jahrestag an das Ende des ersten Weltkrieges erinnert. Nun standen die Vertreter deutscher, belgischer und niederländischer Gemeinden wieder beieinander – diesmal nun eben auf deutscher Seite.

Obwohl die Niederlande durch ihre Neutralität nicht in das Kriegsgeschehen involviert waren, standen die beiden damaligen Gemeinden Roosteren und Susteren plötzlich dennoch im Mittelpunkt der Weltgeschichte: In und um Maaseik lagerten über 100.000 deutsche Soldaten. Nach langen Verhandlungen der Regierungen durften die deutschen Soldaten von Belgien aus über die Brücke in Richtung Isenbruch in die Heimat marschieren – unter strenger Bewachung durch die Niederlande.

Herbert Corsten stellte das Areal des Westzipfelpunkts den Gästen vor. Foto: agsb

„Den Gedenktag zusammen mit den drei Gemeinden Maaseik, Echt-Suesteren und Selfkant umzusetzen, die Route zu zeigen, über die die Soldaten heimgekehrt sind, das hat mich persönlich schwer beeindruckt und berührt. Das sorgte für Gänsehaut“, sprach Corsten am Westzipfelpunkt vielen der Gäste aus der Seele.

„Dies stellt aber heraus, wie gut unser gemeinsames Arbeiten in der Grenzregion mittlerweile geworden ist. Die drei Gemeinden sind verbunden durch ein historisches Band, das schon seit vielen Jahren besteht, ständig gestärkt und gelebt wird“, betonte Bürgermeister Herbert Corsten. Seiner Ansicht nach sei in den vergangenen Jahren eine enge Freundschaft untereinander gewachsen.

Am Westzipfelpoint wurde die Stele vom Ideengeber Peter Pustjens von der Gemeinde Echt-Susteren gemeinsam mit Myriam Giebens von der Gemeinde Maaseik und Herbert Corsten enthüllt.

Myriam Giebens aus Maaseik hob in ihrer Rede ebenfalls die Freundschaft der drei Gemeinden hervor. Sie würdigte wie ihr Vorredner Herbert Corsten die einzigartige Zusammenarbeit der drei Grenzgemeinden. „Wir haben hier im Grenzland eine sehr gute Grundlage – allein durch unsere Grenzlage“, betonte sie. Für alle drei Gemeinden sei eine Zusammenarbeit nur vorteilhaft. „Wir sind hier auf gutem Weg und versuchen, durch unsere Zusammenarbeit mehr Lebensqualität in die drei Gemeinden zu bringen. Alle drei haben besondere Qualitäten und können voneinander profitieren“, formilierte Giebens.

Auch Ideengeber des Grenzstein-Projekts, Peter Pustjens, ergriff während der Feierstunde das Wort. „In Maaseik an der Pater-Sanger- Brücke begann für die deutschen Soldaten der Anfang vom Ende des Krieges“, betonte er. Daher wurde an der unteren Pater Sanger-Brücke in Roosteren wurde am 18. November ebenfalls eine Stele in niederländischer Sprache enthüllt.

Peter Pustjens freute sich über die gute Zusammenarbeit zwischen den drei Gemeinden während des Projekts. „Hier wurde der europäische Gedanke gelebt“, sagte er. „An beiden Stellen eine Stele aufzustellen war in der Arbeitsgruppe schnell beschlossene Sache, alle waren der Ansicht, solch ein Monument nicht an besseren Stellen platzieren zu können“, erklärte Peter Pustjens in seiner Festansprache.

Herbert Corsten erinnerte noch einmal an die Entstehung der Kooperation der drei Gemeinden, den deutschen Zipfelbund und die Entstehung des Westzipfelpunkts. Und er erinnerte auch an die niederländische Zeit des Selfkants. Die Region stand nach dem zweiten Weltkrieg viele Jahre unter niederländischer Auftragsverwaltung. Am 23. April 1949 wurde am Rathaus Tüddern nach langen politischen Verhandlungen die niederländische Fahne gehisst – bekanntlich war der Selfkant bis zum 1. August 1963 unter niederländischer Verwaltung.

(agsb)