Erkelenz-Hetzerath: Gotzen: Auf Hohenbusch geht eine Ära zu Ende

Erkelenz-Hetzerath : Gotzen: Auf Hohenbusch geht eine Ära zu Ende

Eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Fördervereins im Hohen- buscher Herrenhaus hatte nur einen Tagesordnungspunkt: „Neuwahl eines neuen ersten Vorsitzenden.“ Denn der Gründer und bisherige Vorsitzende des Fördervereins, Heinz Küppers, hatte schon vor einiger Zeit angekündigt, dass er sein Amt niederlegen und den Stab an einen jüngeren Nachfolger weitergeben wolle.

Der ist auch schon hinlänglich bekannt, denn als Stellvertreter stand Frank Körfer dem Vereinsgründer schon länger zur Seite. „Derjenige, der uns dieses Treffen beschert hat, ist heute nicht da“, betonte Versammlungsleiter Dr. Hans-Heiner Gotzen. Denn Küppers ist derzeit wegen seines angeschlagenen Gesundheitszustandes in Kur. In der heutigen Zeit müsse man mit Superlativen aufpassen, erklärte Gotzen, „doch mit seinem Rücktritt endet eine Ära auf Hohenbusch.“

Gotzen erinnerte an die legendäre Dienstagsgruppe, in der Küppers und seine Mitstreiter Hand anlegten, um das arg in Mitleidenschaft gezogene Gebäude aufzubauen. „Sein Ziel, Hohenbusch zu einem lebendigen Ort des Austausches zu machen, hat er erreicht“, sagte Gotzen. Ohne Gegenkandidaten und Gegenstimme wurde Körfer anschließend zum neuen Vorsitzenden des Vorstandes gewählt.

„Ich werde kein Vorsitzender der einsamen Entscheidungen sein“, erklärte Körfer nach der Wahl. Als erste Amtshandlung stellte er den Antrag, seinem Vorgänger für seine Verdienste um Hohenbusch den Ehrenvorsitz zu verleihen. Dem Antrag wurde ebenfalls einstimmig stattgegeben.

Körfer kündigte auch einen Neuanfang und eine Neuausrichtung der Ziele des Vereins an. Das ursprüngliche Ziel der Erhaltung Hohenbuschs sei erfüllt worden. Davon kündeten auch die vielen Veranstaltungen, mit denen Hohenbusch ständig im Bewusstsein der Bevölkerung präsent ist. „Die Tradition der Dienstagsgruppe kann nicht aufrechterhalten werden“, betonte Körfer angesichts der Neuausrichtung auf Erforschung und Dokumentation der Geschichte Hohenbuschs. Bauprojekte würden nur noch gemeinsam mit der Stadt geplant und unterstützt. In der Stadt habe der Verein einen Partner, bei dem man „immer auf offene Ohren stößt“.

Als Zeichen für die neue Ära auf Hohenbusch kann auch die Arbeit des Archäologen-Teams der Uni Köln gesehen werden, das Bodenuntersuchungen rund um das Herrenhaus angestellt hat. Darüber hinaus wird derzeit gerade im ersten Stock des Herrenhauses eine Dauerausstellung zur Geschichte des ehemaligen Klosters eingerichtet. Vom 4. März bis 28. Oktober soll sie jeden Sonntag geöffnet und für Besucher zugänglich sein. Begleitend startet Anfang März 2018 auch eine Ausstellung, bei der das Stadtarchiv seine Bestände mit Bezug zu Hohenbusch im Laienbrüderhaus ausstellt. Im Dezember erscheint der Programm-Flyer mit den Terminen auf Hohenbusch für das kommende Jahr.

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