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Konzert: Götz Alsmann begeistert beim Auftritt in Wassenberg

Konzert : Götz Alsmann begeistert beim Auftritt in Wassenberg

Musiker Götz Alsmann hat seine Zuhörer beim Konzert im Forum der Betty-Reis-Gesamtschule in Wassenberg begeistert. Auch seine Bandkollegen bekamen Szenenapplaus.

Neben all der Musik, die international tagtäglich über die vielen Sender kommt, durchs Internet hereinrauscht oder in Mammutkonzerten präsentiert wird, gibt es auch die echt klassischen deutschen Entertainer noch. Dass er einer davon ist, bewies Götz Alsmann aus Münster mit seiner Band bei einem gefeierten Konzert im Forum der Betty-Reis-Gesamtschule in Wassenberg. Organisiert hatten den Besuch des durch eine ganz individuelle Haartolle geprägten Künstlers mit seinem Album „L.I.E.B.E.“ eigentlich schon fürs vergangene Jahr die Kunst, Kultur und Heimatpflege Wassenberg gGmbH und die Anton-Heinen-Volkshochschule.

Mit seinem Spiel auf dem großen Flügel, einem kleinen Kinder-Flügel oder auf Gitarren, genial gepaart mit seiner Moderation und Rezitation klassischer Schlagertitel bis zurück in die Weimarer Republik, fesselte Alsmann sein vom ersten Ton an begeistertes Publikum. Ausschlaggebend war dafür vor allem die ihm eigene Interpretation im Stil des Jazz. Wobei er da nicht minder begnadete Partner an seiner Seite hatte. Eigenen Szenenapplaus heimsten da selbst immer wieder Altfried Maria Sicking (Vibraphon, Xylophon, Trompete), und Markus Paßlick (Congas, Bongos, Percussion) ein, nicht zu vergessen Dominik Hahn am Schlagzeug und Ingo Senst mit dem Kontrabass.

Der szenische Auftritt der fünf Musiker trug darüber hinaus zur ganz besonderen Stimmung des Abends bei. Alle waren gleich gekleidet im dunklen Anzug, weißen Hemd, schräg gestreifter Krawatte und Einstecktuch im Jackett. Und wenn der Schweiß im Gesicht überhandnahm, half ausnahmslos ein weißes Stofftuch aus der inneren Seitentasche, das nur Alsmann im Innern seines Flügels positionierte.

Alsmanns Bewegungen auf der Bühne waren galant. Er wirkte ruhig, was zu Beginn noch im Gegensatz stand zu seinem Schnellsprech und der ein oder anderen Bewegung, bei der es ihn selbst nicht mehr auf seinem Hocker hielt. Immer wieder warf er beidhändig einen ganz zarten Kuss ins applaudierende Publikum oder rückte ebenso beidhändig das Revers seines Jacketts zurecht.

„Es ist wunderbar, überhaupt wieder irgendwo spielen zu können“, freute er sich. „Ich bin froh und stolz und glücklich, diesen Abend mit Ihnen zusammen in Wassenberg zelebrieren zu können!“ Und genau das tat er dann auch, er zelebrierte sein Spiel auf den weißen und schwarzen Tasten, sein Spiel mit seiner Band und seine Wortgewandheit, als er ein langes Gedicht vortrug, aus dem – einer nach dem anderen – bekannte Schlagertitel vergangener Jahrzehnte hervorblitzten.

Alsmann nannte sie alle, die großen Entertainer mit ihren Schlagern und die berühmten Filmmusiken vergangener Tage. Er schwärmte von der Künstlergarderobe seiner Träume, und holte das Publikum nach der Pause gleich wieder ab mit seiner Jazzinterpretation des Ohrwurms „Man müsste Klavier spielen können“ von Johannes Heesters. Grund genug für Alsmann, dann von den Anfängen seines eigenen Klavierspiels zu berichten und unter rotem Samt einen kleinen Kinder-Flügel nicht nur hervorzuzaubern, sondern auch darauf zu spielen, wodurch sein Publikum, das Fahrtstrecken bis zu 700 Kilometer auf sich genommen hatte, dann natürlich ebenfalls restlos verzaubert war.

Klar, dass Alsmann und Band da so leicht nicht von der Bühne kamen. „Ich nehme die Wahl an“, erklärt der Frontmann, nahm eine ganz kleine Gitarre, zu der er ganz allein sang, ehe auch die Mitglieder seiner Band noch einmal auf die Bühne kamen, um sich mit einer großen Zugabe dann endgültig zu verabschieden. Und Alsmann wäre nicht der Charmeur, der er ist, hätte er sich am Ende nicht ausdrücklich bei den anwesenden Damen bedankt und dem Publikum versichert, dass es bei all den vielen Auftritten in seiner Seele nur den einen, den in Wassenberg gegeben habe. „Unser Traum ist wahr geworden!“