Gewässer zwischen Tüddern und Wehr erhält ein natürliches Flussbett

Zurück zum Ursprung : Der Rodebach zwischen Wehr und Tüddern soll renaturiert werden

1,6 Kilometer des kanalisierten Gewässers sollen in mäandrierender Form auf 2,5 Kilometer renaturiert werden. Die Pläne wurden nun im Umweltbeirat des Kreises Heinsberg vorgestellt.

Das Projekt stellten Claudia Staiger und Norbert Dismon vom Amt für Umwelt und Verkehrsplanung des Kreises Heinsberg den Mitgliedern des Naturschutzbeirates bei der Unteren Naturschutzbehörde im Kreis Heinsberg vor.

Claudia Staiger von der Unteren Wasserbehörde und Norbert Dismon von der Unteren Naturschutzbehörde hatten schon die Renaturierung „Myhler Bach“ und zuvor die des Helpensteiner Bachs bei Wegberg mit viel Eigeninitiative erfolgreich umgesetzt. Nun hat das Team ein Stück des Rodebachs im Selfkant zwischen Wehr und Tüddern ins Auge gefasst. Die Flächen gehören schon größtenteils dem Kreis Heinsberg. Die Gemeinde Selfkant stellt ebenfalls Flächen zur Verfügung.

Nach der vor 15 Jahren  vorgenommenen Renaturierung des Rodebaches im Gangelter Bruch hatte es seit vielen Jahren Bestrebungen gegeben, weitere Abschnitte des Rodebaches zu renaturieren. Bereits seit Beginn der 1990er Jahre gehören dem Kreis Heinsberg als Untere Naturschutzbehörde in den Gemarkungen Wehr und Tüddern rund 21 Hektar Flächen, die als „Gemeindebruch Wehr“ geführt werden. Durch einen Flächentausch konnten die im Umfeld des Rodebaches benötigten Gebiete in den letzten drei Jahren hinzu erworben werden. So kann nun das in ein Betonbett eingezwängte Flussbett des Rodebachs wieder in einen natürlichen Flusslauf zurückverwandelt werden. Auch ein bestehender Altarm des Rodebaches kann in die Renaturierung einbezogen werden. Er soll so erhalten werden, wie er sich derzeit darstellt.

Der kanalisierte Rodebach zwischen Wehr und Tüddern soll ein neues, natürliches Flussbett erhalten. Foto: Norbert Dismon

Bei den von der Renaturierung betroffenen Flächen handelt es sich vorwiegend um Wiesenflächen, die bereits seit vielen Jahren ohne Anwendung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln bewirtschaftet werden, sowie um Forstflächen, die vor 15 Jahren zum Teil mit Erle und Kirsche sowie Hainbuche aufgeforstet wurden. Pappelflächen mit starkem Brombeerbewuchs sind dort ebenfalls anzutreffen.  Anders als im Gangelter Bruch ist die Wasserführung zwischen Wehr und Tüddern auch bei Dürre gesichert. Die Planung und Ausführung der Maßnahme wird in Kooperation der Unteren Naturschutzbehörde und der Unteren Wasserbehörde vorgenommen.

Der Beginn der Baumaßnahme zur Renaturierung des Rodebaches ist für den Herbst geplant. Zunächst soll die Schneise für den neuen, sich schlängelnden Bachlauf angelegt werden.

Im Sommer des nächsten Jahres könnte dann das Bachbett ausgehoben werden. Nach Durchführung des Planfeststellungsverfahrens soll die Maßnahme vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Förderung für Maßnahmen der Wasserrahmenrichtlinien mit bis zu 80 Prozent bezuschusst werden. Der Eigenanteil des Kreises Heinsberg soll über Ersatzgelder finanziert werden.  Der Ausschussvorsitzende Josef Schmitz freute sich über dieses neue Renaturierungsprojekt aus dem eigenen Haus. Auch bei den übrigen Ausschussmitgliedern traf die  Maßnahme auf Zustimmung.

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