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Gespräche über Zukunft von Tagebau Garzweiler II

Im Gespräch : Tagebaurand-Anrainer äußern ihre Sorgen

Um die Zukunft am Tagebaurand ging es bei einem Austausch über die neue Leitentscheidung zum Braunkohletagebau Garzweiler II, an dem neben NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser die örtlichen CDU-Landtagsabgeordneten sowie Vertreter der Tagebau-Anrainerkommunen teilnahmen. Sie nutzten die Gelegenheit, um verschiedene Anregungen zu machen und Nachbesserungen einzufordern.

Ein zentraler Punkt des Gesprächs war das Thema „Wasser“, welches den Zuständigkeitsbereich des Umweltministeriums betrifft. Die geplante gleichzeitige Befüllung der Restseen in Garzweiler und Hambach bereitet der Region Sorgen: Bereits nach dem geltenden Braunkohleplan soll die Seebefüllung innerhalb von 40 Jahren abgeschlossen sein. Diese Zusage dürfe nun auf keinen Fall relativiert werden und nicht abhängig von den Kosten der Leitungserstellung zwischen Rhein und Restseen gemacht werden, so die Forderung. Ein angemessener Ausgleich zwischen Befüllungsdauer, maximaler Pegelabsenkung des Rheins und Kosten für die Leitungserstellung sei notwendig, so das Gesprächsergebnis.

Beim Thema „Abstand zu den Tagebauranddörfern“ wurde zwar begrüßt, dass im Entwurf der Leitentscheidung eine Vergrößerung der Abstände der Abbaugrenzen gegenüber den Ortsrändern im Vergleich zur alten Leitentscheidung erreicht werden solle. Hier werden von den Tagebauanrainern aber noch weitere Verbesserungen in Form von größeren Abständen in Anlehnung an eine geplante 1500-Meter-Abstandsregel zu Windkraftanlagen gefordert.

Videokonferenz

Darüber hinaus wurden bei dem Austausch auch die enormen Belastungen am Tagebaurand durch Staub, Lärm, Licht und Erschütterungen angeführt. Aufgrund der aktuellen Pandemielage konnte der zunächst geplante Besuch der Ministerin am Tagebaurand nicht erfolgen und der Meinungsaustausch wurde in Form einer Videokonferenz durchgeführt. Auf Erkelenzer Seite nahmen neben dem Landtagsabgeordneten Thomas Schnelle als politische Vertreter Rainer Merkens, Vorsitzender des Erkelenzer Braunkohlenausschusses, das Ratsmitglied Willi Weitz sowie Bürgermeister Stephan Muckel teil.

Bürger können mit Eingaben an der Beteiligungsphase zur Leitentscheidung mitzuwirken. Dies ist auf der Homepage www.leitentscheidung-perspektiven-nrw.de möglich.

(red)