Gemeinschaft der Gemeinden diskutiert Veränderungsprozess im Bistum Aachen

Gemeinschaft der Gemeinden : Weiterentwicklung der Kirche im Blick

Thema bei dem neuen Regionalteam im Regionalvikar Bruns war der aktuell laufende, synodale Gesprächs- und Veränderungsprozess im Bistum Aachen unter dem Leitgedanken „Heute bei dir“.

Knapp 40 Mitglieder der Vorstände aus den zehn Räten von Gemeinschaften der Gemeinden in der Region Heinsberg konnte das neue Regionalteam mit Regionalvikar Markus Bruns, dem pastoralen Mitarbeiter Diakon Stephan Lütgemeier und der ehrenamtlichen Mitarbeiterin Hiltrud Derix in der Hückelhovener Burg begrüßen. Bruns stellte den Teilnehmern zunächst das zum 1. September 1018 von Bischof Dr. Helmut Dieser ernannte Team noch einmal vor. Es unterstütze diesen vom Bischof in seiner Silversterpredigt 2017 ins Leben gerufenen Prozess und habe dabei eine Brückenfunktion zwischen der Bistumsebene und der katholischen Kirche vor Ort.

Wie der Prozess bis zum 31. Dezember 2021 befristet sei, bleibe auch das Regionalteam nur bis zu diesem Termin im Amt, fügte Lütgemeier hinzu. Anhand von fünf großen, gemalten Grafiken verdeutlichte das Team dann die Veränderungen im Verständnis von Kirche, weg von der zentralisierten Gemeinde, die auf die Versorgung durch ihren Pfarrer wartet, hin zu einer Kirche, die mit geteilter Verantwortung und Leitung an ganz unterschiedlichen Orten lebt. Bruns berichtete in diesem Zusammenhang von seiner Reise auf die Philippinen, wo er diese neue Form kirchlichen Lebens in sogenannten kleinen christlichen Gemeinschaften kennengelernt hatte.

Wichtig sei bei der Weiterentwicklung der katholischen Kirche in der Heinsberger Region, deren Spezifika zu berücksichtigen, erklärte Bruns weiter. So habe sie durch die Schließung Glanzstoffwerke und die Zeche Sophia-Jacoba bereits einen großen Strukturwandel erfahren, der derzeit weiterhin von RWE geprägt werde. Eine große Zahl von Wanderarbeitern sei in der Region saisonal in der Obst- und Gemüseernte sowie dauerhaft in der Pflege tätig. Die Region habe eine große Wallfahrtstradition mit neuen Entwicklungen in Pilgerwegen und eine starke Bindung an Sakramente wie Taufe, Kommunion und Firmung. Die Firmrate liege in der Region immer noch bei 70 bis 80 Prozent. Zudem gebe es ein aktives Engagement für unterschiedliche, etwa mit der Jugendkirche in Hückelhoven oder den Sundayte-Gottesdiensten in Unterbruch.

Mario Hellebrandt, Gemeindereferent aus Herzogenrath-Merkstein und aktuell als Multiplikator des Prozesses „Heute bei dir“ im Bistum unterwegs, erläuterte den Anwesenden noch einmal die verschiedenen Stufen von den Begegnungen, von denen es im vergangenen Jahr auch eine in Hückelhoven gegeben hatte, über die aktuelle Analysephase und die Konzeptphase bis hin zur Umsetzung der Ergebnisse. Derzeit seien unterschiedliche, sogenannte Teilprozessgruppen in den drei Handlungsfeldern „Den Glauben leben“, „Den Menschen dienen“ und „Jesus überall begegnen“ aktiv, berichtete Hellebrandt. Im Mai und Juni gebe es dazu jeweils ein Themenforum, an dem jeder Interessierte, ob nun der Kirche nahestend oder nicht teilnehmen könne.

Eine rege Diskussion schloss sich an, bei der gleich mehrfach deutlich mehr Transparenz angemahnt wurde, etwa in Bezug auf die Ergebnisse aus den ersten Begegnungen mit dem Bischof. Dabei seien zwar viele Karten mit Meinungen und Wünschen beschrieben worden, deren Auswertung auf den Seiten im Internet jedoch noch nicht nachlesbar sei, monierte etwa einer der anwesenden Pfarrer. Kritisiert wurde auch, dass das vierte, erst geplante Themenfeld für eine Strukturveränderung der Kirche nicht schon jetzt parallel bearbeitet werde.

Dies sei wenig Mut machend für die Zukunft der Kirche im Bistum Aachen. Wenn die Strukturen beibehalten würden, sei das Ganze wie ein Kampf gegen Windmühlen, hieß es da auch. Das Regionalteam freute sich über die rege Diskussion und bot an, in der Folge jetzt auch die GdG-Räte vor Ort zu besuchen, die gemeinsamen Themen weiter zu diskutieren und zu bearbeiten.

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