Gemeinde Selfkant feiert Einheitstag in Berlin

Tag der Deutschen Einheit : Feier in Berlin mit der Gemeinde Selfkant

Wenn das Hermannsdenkmal, die Wuppertaler Schwebebahn, der Kölner Dom und ein Förderturm der Zeche Zollverein sowie die 16 Bundesländer in Berlin dicht zusammenrücken, dann findet wieder das Deutschlandfest zum Tag der Deutschen Einheit statt.

Mit dabei: Der Zipfelbund, der seit 1999 eine feste Größe beim Tag der Deutschen Einheit ist. Die vier Zipfelgemeinden Deutschlands — also die nördlichste, östlichste, südlichste und westlichste — mit der Gemeinde Selfkant im Westen, List auf Sylt im Norden, Görlitz im Osten und Oberstdorf im Süden sind fest in der Bundesmeile als sogenanntes 17. Bundesland mit beim Fest eingebunden. Im kommenden Jahr feiert dieser Zipfelbund seinen 20. Geburtstag — und zwar in Kiel. 2019 nämlich ist Schleswig-Holstein Gastgeber und Ausrichter des Deutschlandfestes.

Besucherzahl steigert sich

Das diesjährige Fest zum Tag der Deutschen Einheit startete im Regierungsviertel: Der Tiergarten vor dem Reichstag, das Kanzleramt und das Brandenburger Tor waren am Montagmittag die ersten Stationen. Die klirrende Kälte und das herbstliche Wetter ließen den Besucherstrom zunächst ein wenig stocken — am offiziellen Feiertag, dem 3. Oktober, gab es dafür teilweise kein Durchkommen auf der Ländermeile.

Strahlende Preisträger: Der diesjährige Zipfelpreis ging an Jenny De la Torre und ihre Stiftung „Gesundheitszentrum für Obdachlose“ in Berlin. Foto: agsb

Wie schon in den vergangenen Jahren schickte sich der Zipfelbund an, mächtig Eindruck beim Deutschlandfest zu hinterlassen. Das Trommler-, Pfeifer- und Fanfarenkorps Höngen zog mehrmals über die Bundesmeile, vorbei an vielen der Bundesländer, die beim Fest vertreten wareun — und konnte sich direkt über die ein oder andere Einladung freuen. So spielte die Truppe unter anderem im Hessenzelt, war zu Gast in Bayern und natürlich im NRW-Zelt.

Und nicht nur das Höngener Korps hielt sich gern im nordrheinwestfälischen Zelt auf, auch viele Präsentanten der Bundesländer feierten nach getaner Arbeit den Ausklang des Tages dort. Und am Dienstag schauten NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sowie Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, vorbei, feierten mit und präsentieren sich sehr bürgernah.

Heizten in Berlin ordentlich ein: Die Selfkanter Musikgruppe Sang- und Klanglos. Foto: agsb

Natürlich schaute Laschet auch im Zipfelzelt vorbei — und erlebte gleich einen stimmungsvollen Moment: Heinz-Hubert Ruers, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Selfkant, der den verhinderten Bürgermeister Herbert Corsten vertrat, überreichte zusammen mit dem Selfkant-Delegationsleiter Andre Mobers den Zipfeltrunk. Und als die Spielmannsleute ausspielten, da schritt Armin Laschet gleich zu den Musikanten und gratulierte dem Tambourmajor Philipp van Hall. Dieser überreichte dem NRW-Ministerpräsidenten im Gegenzug prompt den Tambourstab — für das Höngener Korps ein unvergesslicher Moment.

Keineswegs sang- und klanglos

Höngen war aber nicht nur mit seinem Trommler-, Pfeifer- und Fanfarenkorps Höngen vertreten, auch die Höngener Fanfaren-Band (DHF-Band) und die Musikgruppe Sang- und Klanglos waren mit von der Partie. Besonders am Mittwoch spielten sie erfolgreich auf und zogen den Besucherstrom, der Richtung Reichstagsgebäude und Brandenburger Tor unterwegs war, vor die Bühne.

Der Zipfelbund sorgte am Mittwoch außerdem mit der Verleihung des Zipfelpreises in Höhe von 4000 Euro für Freude: Im Festzelt Sachsen-Anhalt wurde der Preis von den drei Bürgermeistern aus Görlitz Oberstdorf, List auf Sylt sowie Heinz-Hubert Ruers verliehe, und zwar an Jenny De la Torre für ihre Stiftung „Gesundheitszentrum für Obdachlose“.

Torres ist Gründerin dieser Stiftung, 16 Ärzte arbeiten inzwischen im Gesundheitszentrum. Danach folgte eine eindrucksvolle Festrede von Sawsan Chebli, Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales.

Immer wieder machten die Höngener Spielmannsleute zwischendurch Stimmung und ernteten großen Beifall. Auch zu später Stunde zogen sie durch die Hauptstadt. Ein weiteres Highlight beim Deutschlandfest: die rund drei Kilometer lange Präsentation aller deutschen Ortsschilder der mehr als 11.040 Gemeinden und Städten.

„Die Gemeinde Selfkant sowie die anderen Zipfelorte blicken mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf die Feierlichkeiten in Berlin. Die Präsentation war erneut super, leider spielten die ersten beiden Tage wettermäßig nicht mit. Die Gemeinde Selfkant hat sich erneut bestens verkauft, sehr gute Werbung gemacht“, sagt Andre Mobers, Delegationsleiter der Gemeinde Selfkant.

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