Gemälde von Pfarrer Peter Josef Vonaachen ist zurück in Uetterath

Peter Josef Vonaachen : Pfarrer-Gemälde ist zurückgekehrt

Das war eine große Überraschung, die Bürgermeister Wolfgang Dieder anlässlich des Pfarrfestes der Pfarrei St. Mariä Himmelfahrt in Uetterath mitgebracht hatte: ein Gemälde des ersten Pfarrers von Uetterath, Peter Josef Vonaachen (1769-1842), das bislang als verschollen galt.

Im Rahmen der heiligen Messe übergab er es Pfarrer Klaus Jansen, Pastoralreferent Johannes Eschweiler und Antonie Freches-Pergens, der stellvertretenden Vorsitzenden des Kirchenvorstands.

Im März dieses Jahres habe er eine E-Mail von einem niederländischen Ehepaar erhalten, das in Malden in der Nähe von Nijmegen lebe, berichtete Dieder. In der Mail habe man ihm angeboten, das rund 40 mal 50 Zentimeter große Gemälde der „bürgerlichen oder kirchlichen Gemeinde“ zurückzugeben. „Bei der Stadt wäre es sicherlich irgendwann archiviert worden, aber hier in Uetterath findet dieses gut erhaltene Werk sicherlich einen würdigen Platz“, erklärte er zu der Entscheidung, es an die Pfarrei zurückzugeben. „Jetzt ist es da, wo es hingehört.“ Antonie Freches-Pergens versprach ihm, dass man in der Pfarrei sicherlich einen guten Platz für das Werk finden werde.

Das ältere Ehepaar sei zu ihm nach Hause gekommen, um ihm das Gemälde zu überreichen, erzählte Dieder. Dabei habe ihm der bisherige Besitzer erklärt, dass sein inzwischen verstorbener Schwager Kunstsammler gewesen sei und das Werk einst bei einer Auktion als Teil eines ganzen Konvoluts historischer Bilder erworben hätte. Mit Unterstützung von Dr. Rita Müllejans-Dickmann, der Leiterin des Heinsberger Begas-Hauses, war es dem Bürgermeister gelungen, weitere Details zu dem Ölgemälde in Erfahrung zu bringen.

Geschaffen worden sei es vermutlich anlässlich eines Amtsjubiläums des Pfarrers, heißt es dazu in Band 65 der Aachener Kunstblätter. Zudem sei es im 19. Jahrhundert durch eine Lithografie verbreitet worden. Der Künstler war der Porträt- und Historienmaler Mathieu-Josef Jungbluth (1807-1875), der aus Heinsberg stammt.

Johannes Eschweiler fügte weitere Details zum Leben des Pfarrers hinzu. So habe Bischof Mark Berdot 1804 das Bistum Aachen neu organisiert, und so sei Uetterath am 1. März 1804 zu einer Pfarrei im Kanton Geilenkirchen ernannt worden. Am 28. April 1804 sei dann Peter Joseph Vonaachen als erster Pfarrer nach Uetterath gekommen. Der gebürtige Aachener habe zuvor als Pater Fidelis dem Franziskanerorden angehört und sei nach dessen Auflösung durch Napoleon zunächst als Vikar in Jakobsbüschen bei Düren tätig gewesen. Vermutet wird, dass er im Franziskanerkloster in Randerath gelebt hat.

Besondere Anerkennung habe sich der Pfarrer bei der armen Bevölkerung verschafft, berichtete Eschweiler weiter. Anders als die reichen Bürger hätten sich die armen Menschen nämlich zur damaligen Zeit keinen Ablass ihrer Sünden kaufen können. Dem Pfarrer sei es aber gelungen, ein entsprechendes Privileg zum Ablass für die Armen nach Uetterath zu holen. Am 7. August 1818 habe Papst Pius VII. der Pfarrei dieses Privileg erteilt. „So entwickelte sich Uetterath zu einem kleinen Wallfahrtsort für einen Tag im Jahr“, erklärte er.

Immer am zweiten August sei in Uetterath das sogenannte Portiunkulafest gefeiert worden, in dessen Rahmen der Pfarrer den armen Menschen den Ablass gewährt habe.