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Abfallentsorgung: Gelbe Tonnen sorgen für Ärger

Abfallentsorgung : Gelbe Tonnen sorgen für Ärger

Eigentlich sollte mit der Gelben Tonne alles einfacher werden in Sachen Müllentsorgung. Doch im Geilenkirchener Rathaus sorgt die Umstellung zum Jahreswechsel für ein hohes Anrufaufkommen, denn nicht wenige Bürger bekommen nun doch nicht die erhoffte große Tonne. Ein Gespräch am Freitag soll Klärung bringen.

Alles für den Müll? Einige Geilenkirchener reagierten mit Verwunderung und Ärger auf die schon länger angepeilte Einführung der Gelben Tonne in ihrer Stadt. Denn eigentlich war klar: Die Größe der Tonne für den Plastikmüll sollte sich nach der Restmülltonne richten. Doch gerade Familien brauchen die größeren Gelbe Tonnen, auch wenn eine kleinere Restmülltonne für sie reicht. Bereits Ende 2019 teilte die Stadt Geilenkirchen deshalb der zuständigen Gesellschaft Duales System Deutschland mit: „Sofern dies zur Erfassung der geordneten Leichtverpackungen notwendig ist, sind auf Verlangen der privaten Haushaltungen Sammelbehälter mit einem höheren Behältervolumen bereitzustellen.”

Wer also statt der 120-Liter-Variante eine 240-Liter-Tonne braucht, der soll diese auch bekommen. Gebührenfrei sogar, denn die Abfuhr der Gelben Tonne wird komplett über das Duale System Deutschland geregelt. Keine Gelben Säcke mehr, die an der Straße aufplatzten und für ein unschönes Bild sorgten, das war das Ziel.

Bürgermeisterin Daniela Ritzerfeld zitiert den Auszug aus der Rahmenvorgabe an das Mainzer Unternehmen am Dienstag in einer Videoansprache auf Facebook. Denn im Rathaus liefen die Drähte heiß, nachdem nun plötzlich Bürgern vom Entsorger erklärt wurde, dass sie keine größere Gelbe Tonne erhalten würden. Oder sie bekämen vom zuständigen Abfallunternehmer zu hören, dass man doch einfach eine größere Restmülltonne beantragen könne, was jedoch auch höhere Gebühren mit sich bringe, erklärt Ritzerfeld, die von der Situation durchaus überrascht ist. „Die Regelung war bis dato offiziell nicht strittig. Die Situation ist natürlich für viele Bürger und uns sehr, sehr unbefriedigend.” Dabei wurde anfangs noch den Wünschen nach größeren Tonnen nachgekommen, dann jedoch unvermittelt nicht mehr.

Kurzfristig ist die Lösung daher, dass auch die Gelben Säcke noch entsorgt werden, bis jeder die richtige Gelbe Tonne erhalten hat. „Wir haben immer kommuniziert, dass der, der eine größere Tonne will, diese auch bekommen soll”, betont Ritzerfeld auf Nachfrage. Sie wolle nachdrücklich zeigen, dass die Stadt an einer Lösung arbeite. Für Freitag sei eine Abstimmung mit Vertretern des Dualen Systems anberaumt, um die Probleme endgültig auf den Müll zu werfen. „Das wird ein intensives Gespräch”, sagt Ritzerfeld, die nicht nur in ihrer Videoansprache für Verständnis wirbt. Wütende Anrufe und Mails an die Stadt könne sie zwar durchaus verstehen, jedoch brächten diese aktuell leider nichts. Sobald das Problem aus der Welt geschafft sei, informiere die Stadt entsprechend dazu.

Stand in Gangelt und Waldfeucht

Doch Geilenkirchen war nicht die einzige Kommune im Kreis, die zum Jahreswechsel auf die Gelben Tonnen umgestellt hat. Auch in Gangelt und Waldfeucht sollen die komfortableren Tonnen ausgeliefert werden. Das war zwar schon zum Jahreswechsel geplant, doch aufgrund von Corona-Fällen beim Auslieferer müssten sich einige Bürger noch etwas gedulden, so die Kommunen auf Nachfrage. Solange werde auch hier weiterhin der Gelbe Sack mitgenommen. Ärger über die Größe gibt es in den beiden Gemeinden nicht: Hier war von Anfang an die 240-Liter-Tonne als Einheitsgröße vereinbart.