Geilenkirchen: Das Studium im Kreis Heinsberg absolviert

Den Abschluss in der Tasche : Das Studium im Kreis Heinsberg absolviert

Die ersten Absolventen am Standort Geilenkirchen der Rheinischen FH Köln haben ihren Abschluss in der Tasche. Sie feiern die bestandenen Prüfungen bei einem Empfang im Kreishaus.

Es war ein historischer Moment im Heinsberger Kreishaus, als die Hüte der ersten zwölf ehemaligen Studenten in die Luft flogen. Sie haben in Geilenkirchen studiert und dort die Abschlussprüfungen ihres Bachelor-Studiums erfolgreich absolviert.

Grund genug für Landrat Stephan Pusch (CDU), nicht nur die Studenten und ihre Professoren im Kreishaus zu empfangen, sondern auch Dr. Peter Schimitzek, Gründer und Vorstandsvorsitzender der CSB-System AG in Geilenkirchen. Er stellt der Rheinischen Fachhochschule Köln (RFH) in seinem Unternehmen seit September 2015 die Räume zur Verfügung, damit die Fachhochschule dort derzeit zwei Studiengänge anbieten kann: Business Administration und Wirtschaftsinformatik.

Insgesamt 30 Studenten waren im Jahr 2015 gestartet, zwölf haben jetzt, sieben Semester später, ihren Bachelor sozusagen in der Tasche. Schon relativ früh seien einige Teilnehmer wieder ausgeschieden, da ihnen die Belastung doch zu hoch gewesen sei, erklärte Prof. Dr. Linus Schleupner, für die RFH Studienortbetreuer in Geilenkirchen. Alle Studenten haben ihr Studium nämlich zusätzlich zu ihrem Beruf absolviert, zweimal pro Woche abends für jeweils drei Stunden und zusätzlich acht Stunden samstags.

„Ich hätte nicht gedacht, dass die Zeit so schnell vorbei gehen würde“, sagte Schleupner beim Empfang im Kreishaus, zu dem er zusammen mit Prof. Dr. Thomas Barth, Studiengangsleiter Wirtschaftsinformatik an der RFH, gekommen war. Sicherlich habe es während der dreieinhalb Jahre Höhen und Tiefen gegeben, auch kleinere Hürden, aber Grunde sei alles so gelaufen, wie man es geplant habe. Alle Studenten hätten gute Noten erzielt, freute sich Schleupner und konnte dann jedem bei dem Empfang im Kreishaus auch noch die Urkunde für eine Zusatzqualifikation überreichen. Im sechsten Semester habe man sich mit dem Thema Qualitätsmanagement befasst, berichtete er. In diesem Rahmen hätten alle auch noch ihre Prüfung zum Qualitätsmanager abgelegt.

Einen Blumenstrauß hatte Schleupner für Doris Geiser aus Haaren mitgebracht, denn die 51-Jährige war die beste Absolventin. Ihre Bachelorarbeit hatte sie mit der Note 1,0 geschrieben und als Gesamtnote für ihr Studium eine 1,3 erzielt. „Das zeigt, dass man in jedem Alter starten kann“, so der Professor. „Wer studieren will, der kann auch studieren“, betonte er.

„Das ist ein schöner Moment“, freute sich der Landrat. Der Studienort der RFH in Geilenkirchen sei für den Kreis enorm wichtig, denn so könnten gute Studenten und Absolventen tatsächlich im Kreis Heinsberg gehalten werden. Er hoffe sehr, dass diese Studienmöglichkeiten noch bekannter würden, sagte er. Vorteil des Studiums in Geilenkirchen sei gerade die Möglichkeit, in kleinen Gruppen zu studieren, so Pusch weiter. Hier würden die Studenten ganz anders herausgefordert. Zugleich würden sie aber auch überproportional viel lernen, pflichtete im Schimitzek bei.

Derzeit zählt der Standort Geilenkirchen der RFH 85 Studenten. Zum nächsten Wintersemester wird als dritter Studiengang Produktionstechnik angeboten. Zusätzlich soll mindestens ein Masterstudiengang eingerichtet werden, sagte Schleupner. Da will auf jeden Fall auch Doris Geiser dabei sein. „Ich bilde mich einfach gern weiter“, sagte sie. Dass sie dies jetzt ganz in der Nähe ihres Wohnorts tun kann, gefällt der Mitarbeiterin des Bistums Aachen sehr gut. „Ich mache das nicht für meinen Beruf, sondern weil es mir Spaß macht“, sagte sie.