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Wassenberg: „Gartenzauber“ lockt Blumenfreunde und Baumexperten an

Wassenberg : „Gartenzauber“ lockt Blumenfreunde und Baumexperten an

Ihre grüne Seite hatte sie im Rahmen der Aktion „Offene Gartenpforte“ herausgeputzt, die Stadt Wassenberg. Zum zweiten Mal lockte der „Gartenzauber in Wassenberg“ die Blumenfreunde und Baumexperten, die Kräutergärtner und Pflanzprofis auf den Roßtorplatz. Obstbäume, Stauden, Wildpflanzen, Tomatenraritäten, Beerenobst, Blumenampeln, Kübelpflanzen und Rosen warteten auf beharrliche Pfleger, die wissen, dass Gartenarbeit einen gusseisernen Rücken voraussetzt und der beste Dünger der Schatten des Gärtners ist. Tipps zu Gestaltung und Pflege von den Profis gab es kostenlos dazu.

„Maiglöckchen sind Waldpflanzen und lieben Halbschatten“, gab Herbert Backhaus bereitwillig Auskunft. Der Waldenrather Betrieb hat sich — übrigens als bisher einziger in NRW — auf einheimische Pflanzen spezialisiert: Spitzwegerich und Sauerampfer, Schafgarbe und Seifenkraut, Vergissmeinnicht und Wilde Karde. „Eine Tinktur aus der Wurzel der wilden Karde ist das einzige Mittel gegen Borreliose“, beeindruckte er mit umfangreichem Fachwissen.

Die Mitmachaktionen für die jungen Naturfreunde erfreuten sich großer Beliebtheit. Frederike und Karla bemalten eifrig die putzigen Wetterfrösche am Stand des Jugendzentrums Wassenberg, während Eric schon auf das Ergebnis seiner Arbeit am Stand der Freien Waldorfschule Kreis Heinsberg in Händen hielt. „Selbstgeschüttelt“, präsentierte er stolz ein Gläschen Kräuterbutter.

Durch einen Flyer war Familie Bienefeld aus Jüchen auf den „Gartenzauber“ in Wassenberg aufmerksam geworden und angereist, um nach neuen Errungenschaften für ihren Blumen- und Obstgarten Ausschau zu halten. „Und als Sonntagsvergnügen“, wie sie lachend bekundeten. Dicht bevölkert war der Markt um die Mittagszeit, als die Castle Pipers aus Myhl mit schottischen Dudelsackklängen für Unterhaltung sorgten.

Um diese Zeit warteten Therese Wasch, Gästeführerin vom Verein Westblicke, und Volker Rütten, Leitender Stadtgärtner in Wassenberg, an der Marktsäule schon auf die „Gartenpark-Spaziergänger“. Sie würden erfahren, was aktuell gepflanzt wurde und warum, aber auch Einblick in die Historie der innerstädtischen Park- und Gartenräume erhalten. Übrigens: Auch Therese Wasch hat einen Garten, wie sie mit Blasen an den Händen glaubhaft beweisen konnte.

Lebhaftes Treiben herrschte auf dem Roßtorplatz als Beweis für das chinesische Sprichwort: „Das Leben beginnt mit dem Tag, an dem man einen Garten anlegt.“ Auch wenn es nur eine winzige grüne Oase auf einem kleinen Balkon ist.