Wegberg: „Fußballrausch und Liebesplausch“: Torjubel klappt, Häkeln noch nicht

Wegberg : „Fußballrausch und Liebesplausch“: Torjubel klappt, Häkeln noch nicht

Der Torjubel ist filmreif, aber die Häkelarbeit? Nun ja, verbesserungswürdig, um es mal vorsichtig auszudrücken. Beherzt greift Regisseurin Gaby Braun ein: Faden um die Nadel, durchziehen, fertig! Wenn Torjubel und Häkelarbeit so nah zusammenliegen, probt die Harbecker Schwalmbühne für ihr neues Stück „Fußballrausch und Liebesplausch“.

Das Lampenfieber, das kurz vor den Aufführungen Ende November unweigerlich um sich greifen wird, ist noch weit genug entfernt. Locker geht’s zu bei den Proben, voller Vorfreude, mit unbändiger Spiellust. „Findest du, dass ich übertreibe“, fragt die Heringskönigin (Sabrina Körfer) mit unschuldigem Augenaufschlag und lässt doch in Haltung und Mimik keinen Zweifel daran, dass ihr die Antwort völlig egal ist. Sie ist eben den schönen und verrückten Dingen im Leben sehr zugetan, und die Rolle scheint ihr auf den Leib geschrieben.

Auch Stephan Schlehbusch hat so etwas wie eine seine Paraderolle ergattert: Tillmann, ein Fußballfreund, der fettarm kocht, die Waschmaschine per App in Schach hält und (künftiger) Meister der Häkelnadel ist. Außerdem werden Delk Wagner, Walter Kotlowski, Roger Honisch, Nadine Hörter, Michaela Noethlichs und Andrea Kamps auf der Bühne stehen.

Gleich drei Akteure sind in diesem Jahr zum ersten Mal dabei: Stuart Day, Lea Kamps und Jasmin Rupp. Gaby Braun ist voll des Lobes für die junge Truppe. „Wir haben wieder junge Leute im Verein, das hat zur Folge, dass nicht alle unsere Mitglieder eingesetzt werden können“, sagt sie, weiß aber auch, dass das ein „Luxusproblem“ ist.

Es geht um alte Lieben in dem Stück, um Jugendlieben und Fußballlieben, die schon naturgemäß alte Lieben sind. Denn der SC Wegberg ist vom Aufstieg in die Bundesliga nur einen Sieg entfernt, so will es der Autor. Linksaußen und Fußballexperten, eine untreue Ehefrau und ein Kölner Profi, eine Heringskönigin und eine fußballspielende Tochter — das ist der Stoff, aus dem die Bühnenträume in diesem Jahr sind. Das Publikum soll sich köstlich amüsieren bei den Wirren um die alten Lieben. „Wir arbeiten dran“, versichert Gaby Braun.

Mit einem „Luxusproblem“ kämpft auch der Vorsitzende des Theatervereins Walter Kotlowski. „Das Premierenwochenende und der Samstag des zweiten Wochenendes sind bereits ausverkauft“, sagt er. „Aber für Freitag, 1. Dezember, 20 Uhr, und Sonntag, 3. Dezember, 17 Uhr, im Forum Wegberg gibt es noch Karten.“

Karten für diese beiden Termine können bei Nadine Hörter (Telefon 02434/509821) bestellt werden. Die Ausgabe der Karten erfolgt am Samstag, 11. November, und Sonntag, 12. November, in der Wegberger Zweifach-Sporthalle (Maaseiker Straße 47).

Auch für die Benefizveranstaltung für Altenheimbewohner und Behinderte aus den Wohnstätten des Kreises Heinsberg habe die Schwalmbühne noch mehr Anmeldungen als in den Vorjahren, freut sich der Vorsitzende. Es läuft also rund bei der Schwalmbühne. Bis auf die Sache mit der Häkelnadel. „Bis zur Premiere werde ich häkeln wie ein Weltmeister“, lacht Stefan Schlehbusch. „Versprochen!“

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