Selfkant: Friedhofsgebühren steigen: Rat beschließt Änderungen

Selfkant: Friedhofsgebühren steigen: Rat beschließt Änderungen

Die Bürger im Selfkant müssen sich auf neue Friedhofsgebühren einstellen. Hier und da sind die Erhöhungen recht drastisch. Der Rat der Gemeinde änderte mit einstimmigem Votum die Friedhofsgebührensatzung.

Die Gebührenhaushalte der Jahre 2010 bis 2013 waren — so wie es das Kommunalabgabengesetz fordert — insgesamt ausgeglichen, erklärte Bürgermeister Herbert Corsten. Die Überschüsse aus den Jahren 2010 und 2012 gleichen das Defizit der Jahre 2011 und 2013 aus. Dennoch wurden alle Positionen des Gebührentarifs vollständig und neu überarbeitet.

Dies wurde, so Corsten weiter, unter anderem deshalb notwendig, da die Fachfirma, die die Herstellung der Gräber für Sargbestattungen durchführt, ihre Tarife angehoben hat. Zudem wurden die Pflegearbeiten des Bauhofes auf den kommunalen Friedhöfen auf ihre Effizienz hin unter die Lupe genommen. Die Grabherstellungsgebühren müssen angepasst werden, so Corsten, die Grabnutzungsgebühren allerdings nicht.

Einen gewaltigen Sprung nach oben machen die Gebühren beim Herstellen von Urnengräbern im Quaderwandsystem: Hier müssen die Bürger künftig je Grabstätte im Kolumbarium 955 Euro berappen, bisher waren es 507 Euro. Den Grund für die fast doppelt so hohe Gebühr erklärt die Verwaltung damit, dass die Kosten für die besondere bauliche Ausstattung der Kolumbarien bisher von der Gemeinde getragen worden seien, die wachsende Nachfrage nach einer Urnenbestattung aber zu einer anderen Bewertung geführt habe. Somit müssen die „erheblichen Kosten“ für die komplette Ausstattung der Urnenwand — so will es auch das Kommunalabgabengesetz — an die Friedhofsbenutzer weitergegeben werden.

Bisher war das Ausstreuen auf dem Aschestreufeld in Schalbruch wegen geringer Inanspruchnahme kostenlos. Da jedoch zunehmend von dieser Bestattungsform Gebrauch gemacht wird, werden auch hier die Bürger tief ins Portemonnaie greifen müssen: 250 Euro werden fällig.

Höherer Pflegeaufwand

Die Verwaltung begründet den Dreh an der Gebührenschraube so: Ein immer größeres Aschenfeld bedeutet immer mehr Pflege durch den Bauhof, vor allem vor dem Hintergrund, dass die Totenruhe bis zu 30 Jahren gilt. Ausdrücklich wurde in der Ratssitzung darauf hingewiesen, dass die Nutzung des Aschefeldes auch durch auswärtige Bürger möglich, sogar gewünscht sei.

Die anderen Erhöhungen fallen dagegen vergleichsweise moderat aus. Und es gibt sogar eine Position, da wird der Bürger erheblich entlastet: Musste er für das Herstellen eines Urnengrabes als Erdbestattung 214 Euro hinblättern, sind es demnächst nur noch 96 Euro. Der Grund: Die Leistung des Bauhofes konnte technisch so optimiert werden, dass weniger Arbeit für einen Urnengrab erforderlich ist.

(dawin)