Freunde der Erkelenzer Burg feiern Geburtstag: Freunde der Burg feiern zehnjähriges Bestehen mit Mittelalterfest

Freunde der Erkelenzer Burg feiern Geburtstag : Freunde der Burg feiern zehnjähriges Bestehen mit Mittelalterfest

Die Freunde der Burg feierten am Wochenende ihr zehnjähriges Bestehen mit einem zünftigen Mittelaltermarkt. An der Burg und auch gegenüber am Ziegelweiherpark, wo noch wenige Tage zuvor die Vielfalt des Gerstensaftes bei der Bierbörse gefeiert wurde, hatten Gruppen, Händler, Handwerker, Wikinger und Schwertkämpfer ihre Lager aufgeschlagen und boten ihre Dienstleistungen und Waren an.

So auch Silvia Schnell, die sich auf die mittelalterliche Verarbeitung von Schafswolle spezialisiert hat. Sie fertigt warme Socken und Mützen an, denn die Freunde des authentischen Mittelalter-Feelings lagern auch im Winter und bei schlechtem Wetter gerne draußen. Schnells Kurzwarenangebot richtet sich weniger an die Besucher aus der Stadt, sie versorgt die Szene mit dem, was sie braucht.

Nebenan betreiben Andreas und Patricia Remmen aus Essen ihre mobile Mittelalter-Boutique. Ihre Kleider orientieren sich an zeitgenössischen Darstellungen und schriftlichen Überlieferungen. „Natürlich gab es im Mittelalter auch schon unterschiedliche Modetrends“, weiß Patricia Remmen. Sie selbst und ihr Mann Andreas haben sich für den Lebensstil der Wikinger entschieden. Beliebt sind ihre Taschen im Haitabu-Stil mit cleverem Diebstahlschutz. Wenn ein Kleidungsstück einen Fellbesatz braucht, werden Omas alte Pelzmäntel recycelt. Ganz wie bei den echten Wikingern wird untereinander auch bargeldloser Tauschhandel betrieben.

Zum Jubiläum hatten sich die Burgfreunde nicht lumpen lassen wollen und hatten ihre Kontakte spielen lassen. So konnten sich die Kinder über ein handbetriebenes „Riesenrad“ aus Polen freuen. Am Ziegelweiher lockten regelmäßige Schwertkämpfe und die Show der Reitergruppe „Equitem Nebula“ die Besucher an.

Fest zum Programm der Burgfreunde gehört natürlich auch das Trio „Vrevel“, das bereits zum neunten Mal in Erkelenz dabei ist. Mit frechen Trinkliedern und respektlosen Texten unterhielten sie die Besucher, wo immer sie welche antrafen.

Auf der Burg standen neben der Taverne im Kaminzimmer vor allem der darunter liegende Gewölbekeller und der Raum im ersten Stock des Turms im Fokus des Interesses.

Im Keller hatten die Freunde der Burg eine Dokumentation ihres Schaffens seit der Gründung vor zehn Jahren mit Presseberichten und Fotos zusammengestellt. Im ersten Stockwerk ist ein Museumszimmer entstanden, das nach Aussage des Vorsitzenden Peter Fellmin noch ausgebaut werden soll. Neben den Exponaten der Burgfreunde hatten der Heimatverein der Erkelenzer Lande und das Stadtarchiv einiges beigesteuert, was das Interesse der Besucher auf sich zog.

Unter anderem war die gereinigte und restaurierte Baux-Chronik zu sehen. Eine kommentierte Übersetzung der über 400 Jahre alten Chronik des Stadtschreibers Mathias Baux hat der Heimatverein vor einiger Zeit mit großem Erfolg veröffentlicht.

Die Band „Vrevel“ war mit ihr frechen Texten schon oft Gast auf und an der Burg. Foto: Helmut Wichlatz

Blickfänger war aber ein mehrminütiger Trailer des Animationsfilms „Erkelenz 1550“, den der Erkelenzer Grafiker Willi Wortmann in 15-jähriger Arbeit erstellt hat. Das Ergebnis ist ein 77-minütiger Film, der einen Rundgang durch die Stadt im Jahre 1550 darstellt. Besprochen wird der Film von dem in Erkelenz ansässigen Hörbuchsprecher René Wagner. Im Herbst wird der Film auf DVD zu kaufen sein, wie Hubert Rütten vom Heimatverein betonte.

Peter Fellmin, der den Burgfreunden seit der Gründung vor zehn Jahren vorsteht, zeigte sich zufrieden mit dem Erreichten. „Der Erhalt dieses Erkelenzer Wahrzeichens ist weiterhin unser oberstes Ziel“, erklärte er. Dafür müsse die Burg auch in den Köpfen der Erkelenzer präsent sein. Zu den größten Erfolgen zählt das Dach des Burgturms, das der Verein durch Spenden aus der Bevölkerung und Wirtschaft realisieren konnte.

Auf dem Erreichten ausruhen wolle man sich jedoch nicht, betonte Fellmin und nannte die Renovierung des Wolfsturms und des Treppenaufganges als nächste Projekte. Umgesetzt werde soll auch eine Rampe, damit Rollstuhlfahrer auf die Burg kommen können.

Zu tun gibt es also genug für die Burgfreunde, die zum Glück nicht unter Nachwuchsmangel leiden. Allein am Jubiläumswochenende zählte Fellmin sieben Neueintritte in den Verein.

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