Stadt Hückelhoven zieht Bilanz: Freizeitbäder machen wieder Minus

Stadt Hückelhoven zieht Bilanz : Freizeitbäder machen wieder Minus

Die städtischen Bäder haben im vergangenen Jahr wieder Defizite eingefahren. Mehr als eine Million Euro fehlen und müssen aus städtischer Tasche draufgelegt werden. Der überwiegende Teil entfällt auf das Hallenbad: knapp 968.000 Euro.

Schon im Vorjahr, also 2017, hatte die Bäderlandschaft in Hückelhoven ein Minus gemacht, eine wesentliche Verbesserung sei auch in den kommenden Jahren nicht zu erwarten, heißt es von der Verwaltung.

Im Jahr 2017 lag der Fehlbetrag bei 1,002 Millionen Euro, 2018 lag er mit 1,036 Millionen leicht höher. Das aktuelle Minus deckt sich mit dem, was die Stadt für 2018 eingeplant hatte: 1,030 Millionen Euro stehen dort als kalkulierter Fehlbetrag. Rechnet man die Kosten zusammen, so stellt man fest, dass das Freibad ein Defizit von knapp 69.000 Euro eingefahren hat. Der Großteil der Kosten entfällt auf das Personal, und sie sind im Vergleich zu 2017 angestiegen. Das liege  sowohl an personellen Umstrukturierungen im Schulverwaltungsamt als auch an Höhergruppierungen der Beschäftigten des Bäderbetriebs, teilt die Verwaltung mit.

Mehr Geld dank des heißen Sommers nahm das Freibad im Vergleich ein: Knapp 33.000 Euro mehr brachten die Besucher in die Kassen. Mehr als 29.200 Besucher kamen zum Schwimmen ins Freibad – 2017 waren es nur rund 12.000. Das Bad deckte seine Kosten damit immerhin zu 46,5 Prozent. Zum Vergleich: Beim Hallenbad sind sie gerade einmal zu 13,3 Prozent gedeckt.

Der Bäderbetrieb, das sagt Holger Loogen von der Stadt Hückelhoven, sei immer ein Zuschussgeschäft. Durch die Gemeindeordnung sei man aber angehalten, öffentliche Einrichtungen zu betreiben. „Wir haben den Auftrag, den Bürgern die Möglichkeit zu geben, schwimmen zu gehen.“ Der Betrieb von Bädern sei generell kostenaufwendiger als das, was man über die Einnahmen hereinbekommen könnte. Über die Eintrittspreise sei das nicht zu regeln, da die dann viel zu hoch liegen würden. Dass das Freibad deutlich weniger Defizite einfährt als das Hallenbad liege an der Einrichtung selbst: Beim Freibad sei der Aufwand geringer, beim Schwimmbad würden beispielsweise das Gebäude und der Heizungsbetrieb stärker ins Gewicht fallen.

Ob die geplante Erweiterung und Umgestaltung des Freibads Kapbusch Erleichterung bringen könnte, könne man nicht vorhersagen, sagt Loogen. „Wir rechnen aber nicht damit, dass wir im nächsten Jahr plötzlich Gewinne einfahren.“

Der Ausschuss für Kultur, Sport und Städtepartnerschaft hat einstimmig empfohlen, die fehlende Million aus den allgemeinen Haushaltsmitteln zu begleichen. Der Rat der Stadt Hückelhoven muss dem in seiner nächsten Sitzung am Mittwoch, 13. November, noch zustimmen.