Heinsberg: Freibad Oberbruch: Bürger entscheiden über Existenz

Heinsberg: Freibad Oberbruch: Bürger entscheiden über Existenz

Um Überzeugungsarbeit zu leisten, bleibt den Oberbrucher Freibadrettern nur noch wenig Zeit. Denn am nächsten Sonntag, 27. November, ist es so weit. Die wahlberechtigten Heinsberger werden nach dem Grundschulstreit dann beim zweiten Bürgerentscheid in der Geschichte der Kreisstadt für oder gegen den Erhalt des Oberbrucher Freibades votieren.

Mit einer Plakataktion, die Anfang des Monats begonnen wurde, sollten die Menschen noch einmal mobilisiert werden, in die Wahllokale zu gehen und ihr Kreuzchen an der für die Freibad-retter „richtigen Stelle“ zu machen. „In allen Geschäften, die dies akzeptierten, haben wir Din-A3-Plakate mit dem Hinweis auf den Stimmtag am Sonntag platziert“, sagt Alfred Geiger, der Sprecher der Bürgerinitiative. Zudem sei das Plakat in einer größeren Auflage in A6-Format an möglichst viele Haushalte als Flyer oder Handzettel zur Erinnerung verteilt worden.

„Unser Aufruf ,Jetzt oder nie‘ soll möglichst viele Bürger an die Abstimm-Urnen bringen. Das große, zu bewältigende Hindernis ist ja das Quorum. Wir hoffen einfach, eine größere Anzahl Bürger zu aktivieren, als es den Schulrettern gelang“, sagt Geiger. Auch am Kreisverkehr, von Dremmen kommend, sowie auf der Wiese bei Burger King seien große Bauzaunplakate aufgestellt worden. „Da man vor allem bei Burger King derzeit wegen der Baustelle Karl-Arnold-Straße länger warten muss, kann man die Erinnerung an die Abstimmung auch aufgefrischt bekommen“, meint Geiger.

Was die Politik an Gegenmaßnahmen eingeleitet habe, „entzieht sich bisher meiner Kenntnis. Ich kenne derzeit vor allem die negative Mund-zu-Mund-Information der CDU-Mitglieder — leider auch der Oberbrucher CDU. In den sozialen Medien geht es bisher ausgesprochen fair und sachlich zu, da sind unsere Mädels ja auch aktiv und versuchen, unser Projekt zu forcieren. Da war bei den Schulrettern ein erheblich größerer Shitstorm zu beobachten.“

Einige der Freibadretter wollen sich in diesen Tagen wohl noch vor dem Rewe-Supermarkt platzieren, um Flyer und Gummibärchen zu verteilen. Aber grundsätzlich glaubt Geiger: „Wir haben in vielen Gesprächen festgestellt, dass die Entscheidung für ein Ja oder Nein schon gefallen ist in den Köpfen der Leute. Sie müssen eben nur zur Wahl gehen.“ Die Freibadretter störe allerdings „das Schüren gegen Kirchhoven. Wir würden das Freibad in Kirchhoven zerstören“ heiße es durch Vertreter der Politik. „Dabei haben wir doch ein Angebot gemacht. Das Freibad Oberbruch sollte im Falle des Scheiterns von Kirchhoven innerhalb einer Dreijahresfrist wieder eröffnet werden. Aber das wurde ja abgelehnt!“

Die CDU hatte bereits im Rat das Bürgerbegehren abgelehnt und damit zwangsläufig den Weg für den Bürgerentscheid am Sonntag geebnet. Das Bürgerbegehren zur Wiedereröffnung des Freibades Oberbruch fordere die Fortführung des Freibades in der Regie der Stadtwerke und torpediere damit die Aktivitäten in Kirchhoven massiv, hieß es. „Die einzigen, die durch unser demokratisches Bürgerbegehren eine negative Auswirkung auf Kirchhoven sehen wollen, sind die Verantwortlichen der Stadt Heinsberg. Der Druck auf Kirchhoven ist gewollt und nur durch die ständigen Drohungen durch die Stadt entstanden“, sagt Geiger.

Die CDU befürchtet, dass das Freibad in Kirchhoven „mit seinem vorbildlichen bürgerschaftlichen Engagement auf Dauer nicht zu halten wäre“. Geiger und die Oberbrucher Freibadretter sind der Meinung, dass hier „ein willkürlicher Zusammenhang konstruiert“ werde. „Diese negative Stimmung der CDU-Fraktion zielt darauf ab, ein legitimes und demokratisches Mittel der Bürger zu verunglimpfen.“ Ob die Bürger nun für die Oberbrucher Freibadretter in ausreichender Zahl von ihrem demokratischen Recht Gebrauch machen werden, zeigt sich am nächsten Sonntag.