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Heinsberg: Formation „dam´nco“ liefert bei „Jazz im Rondell“ ein hochklassiges Konzert ab

Heinsberg : Formation „dam´nco“ liefert bei „Jazz im Rondell“ ein hochklassiges Konzert ab

Das war ein Clou in zweifacher Hinsicht: Mit dem Auftritt der Band „dam´nco“ startete die neue Serie von „Jazz im Rondell“ nicht nur mit einer Vorpremiere von fünf Weltklasse-Musikern, die auf dem Weg von Paris nach Prag in Heinsberg Station machten. Zugleich hatten sie für die Heinsberger Jazz-Freunde schon drei Tage vor Erscheinen ihre neue CD und DVD mitgebracht.

Schlagzeuger Damien Schmitt, der Kopf der Gruppe, erwies sich von Beginn als Musiker, der mit seinem Instrument verwachsen zu sein schien, zugleich aber auch als begnadeter Entertainer. Er versprühte wahrlich seine Lust an der Musik, wodurch er das Publikum von der ersten Sekunde an für sich gewann. „Hallo, guten Tag, bonsoir, hi“, grüßte er sein Publikum, nicht zum ersten Mal in Heinsberg. Bereits vor drei Jahren war er mit der Band des kanadischen Kult-Bassisten Alain Caron in Heinsbergs guter Stube zu Gast gewesen. Wie er war auch Tourmanager Daniele Franzolin von Heinsberg rundherum begeistert: „So ruhig und sauber!“, staunte er. Den Stil der Band bezeichnete er als „Weltmusik“, gemischt im Stil des Jazz.

In seiner Band „dam´nco“ spielt Schmitt zusammen mit Swaéli Mbappe (Bass), Yann Négrit (Gitarre), Michael Lecoq (Keyboards) und Fred Dupont (Keyboards/Talkbox). Den Stil der Gruppe beschreibt er als „das neue Gesicht des französischen Jazz-Pop“. Schon beim ersten Stück „From Paris With Love“ hielt es die Zuhörer nicht mehr still auf ihren Stühlen. Und auch die Musiker genossen vom ersten Ton an den Kontakt mit ihrem Publikum, der im Rondell immer so wunderbar nah möglich ist.

Im ersten und auch in den weiteren Stücken kamen nicht nur die Soli von Keyboard, Bass und Gitarre gut an, sondern auch die Drummer-Qualitäten von Schmitt, der zeitweise nur mit einem Trommelstock agierte und doch so viele Töne gleichzeitig zu produzieren schien. Bestaunt wurde auch die Mimik von Fred Dupont, der sich einer Talkbox bediente, mit der er die Klänge seiner Elektronik im Mundraum veränderte und erst dann dem Mikrofon preisgab. Dabei bewegte er seinen Mund gekonnt so, als würde er die Klänge erst in seinem Mund erzeugen.

Alle Stücke des Abends drehten sich um Paris, trugen Titel von Bauwerken, Stadtvierteln oder verdeutlichten die Verkehrsströme auf dem berühmten Boulevard Périphérique mit einem Trommelsolo, wie es das Rondell wohl noch nicht erlebt hat. Die Kompositionen waren dabei ebenso abwechslungsreich wie sich die Stadt selbst als multikulturelle Metropole darstellt. So viele unterschiedliche Rhythmen und Stimmungen begeisterten die Zuhörer derart, dass es Schmitt am Ende gelang, sein à cappella singendes Publikum zu dirigieren bis zum allerletzten ganz leise gesummten Ton des Konzerts.

Viele Gäste des Abends nutzten die Gelegenheit, sich die neue DVD und CD der Band zu sichern. Alle signierte Schmitt, nicht an der Kasse, sondern auf einem Tisch, den er mitten hinein gestellt hatte in die Menschen, die seine Band auf dem Weg in eine sicherlich erfolgreiche Europatournee hinein feierten. Der Dank von Organisator Theo Krings, Leiter der Jugendmusikschule Heinsberg, ging dabei an die Volksbank Heinsberg, mit deren Hilfe die Reihe „Jazz im Rondell“ in diesem Jahr erneut möglich wird.