Wegberg: Flotte Sprüche und ewige Lebensweisheiten

Wegberg: Flotte Sprüche und ewige Lebensweisheiten

„Dat joav et noch nii“ — unter diesem Motto hatte der Historische Verein Wegberg zum großen Mundartabend ins Forum Wegberg eingeladen, das wegen des großen Publikumsandrangs aus allen Nähten platzte. Auch die Herzen der Zuschauer wurden erreicht.

„Das gab es wirklich noch nie“, lieferte Karl Küppers, der Vorsitzende des Historischen Vereins gleich zu Beginn die vermeintliche Übersetzung, beschrieb aber die Tatsache, dass gleich sechs benachbarte Heimatvereine am Programm beteiligt waren: der Historische Verein Wegberg, der Heimatverein Wegberg-Beeck, der Heimat- und Kulturverein Niederkrüchten, der Klängerklub Elmpt, der Heimatverein der Erkelenzer Lande und der Heimatverein Wassenberg.

Hinzu gesellten sich die Kindergärten des Familienzentrums „Hand in Hand“ der Pfarre St. Martin Wegberg und die Cäcilienchorgemeinschaft Katzem-Lövenich. Übersetzungen waren ohnehin an diesem Abend nicht nötig, jeder im Saal verstand die Mundart, liebte die Ursprünglichkeit von „oos Platt“.

Heinz Eßer aus Wegberg stellte jeden Heimatverein vor seinen Vorträgen mit Bildern und einem kleinen Gedicht, vor allem aber mit viel Liebe zum Detail unterhaltsam vor. Das Bühnenprogramm bot einen bunten Querschnitt durch die Höhen und Tiefen des Lebens. Flotte Sprüche und zu Herzen gehende Lieder, amüsante Begegnungen und ewige Lebensweisheiten, wie sie so nur in „Platt“ auszudrücken sind, bereiteten dem Publikum einen vergnüglichen Abend, wissendes Lächeln, wohlige Erinnerung und wohl auch die eine oder andere Deftigkeit.

Begeistertes Publikum

Alle ihre „Großmeister der Mundart“ hatten die Heimatvereine aufgeboten: Karl Bertrams und Klaus Bürger, Georg Wimmers, Klara und Heinz Schloemer, Margret Peters und Trude Götz, Theo Coenen und Dr. Willi In der Smitten, Theo Schläger und Karl Lieck. Sie berichteten von den ungeliebten Heiligen, die zur Gartenarbeit mahnen, von ganz feinen Frauen und neuen Mägden, vom Strafporto und den Weisheiten des alten Onkel Heinrich (genau genommen von „Papp sinne Vadder sinne Ome Hein), von Feiertagen ohne frisches Hemd und ohne Sonntagsgeld (Karfreitag).

Doch es gab auch neue Sterne, die am Mundarthimmel aufgingen. Im Handumdrehen eroberten die Kinder des Familienzentrums der Pfarre St. Martin Wegberg (Kindergärten St. Peter und Paul, Wegberg, und Rabennest, Harbeck) den Saal. Mit dem „Ääpke op et Treppke“ (Das Äffchen auf dem Treppchen), das beim Schneider vor der Tür sitzt, und der selbstbewussten Behauptung „Jeder kallet Platt“ (Jeder spricht Platt) sangen und spielten sich kleinen Stars in die Herzen der Zuhörer. Da hatte Karl Küppers Grund zum Strahlen und das Publikum Grund für begeisterten, lang anhaltenden Applaus.

Der Beweis wurde erfolgreich geführt an diesem heiteren Abend mit einem bestens unterhaltenen Publikum: „En Mull voll Platt jeht an et Hatt!“ (Ein Mund voll Platt geht ans Herz!).

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