Erkelenz-Borschemich (alt): Filmdreh: Borschemich bietet die perfekte Kulisse

Erkelenz-Borschemich (alt): Filmdreh: Borschemich bietet die perfekte Kulisse

Die Straßen des fast verlassenen Ortes Borschemich ziehen Hobbyfotografen ebenso an wie seltsame Gestalten. Eine ganze Reihe von denen gab es jetzt zu bewundern. Denn die Filmleute waren nach Borschemich gekommen, weil der Ort die ideale Kulisse darstellt für einige Szenen des Films „Ohne Konsequenz“.

Dabei handelt es sich um einen Pilotfilm, dem eine mehrteilige Gaunerkomödie um verschwundene Diamanten und haufenweise schwere Jungs und Mädchen folgen soll. Da waren muskulöse Kerle in knapp sitzenden Lederjacken dabei, denen man nachts auch ohne Aufforderung das Handy und die Brieftasche geben würde. Da waren kleine Jungs, die verlassen mit einer Schale Orangen auf mögliche Käufer warteten. Und ebenso waren Giovanna Pepe und ihr Kollege Thomas Binder dabei, die als Polizisten im Einsatz waren.

Und da wäre auch Micaela Schäfer gewesen, die durch ihren körperbetonten Einsatz zu Ruhm gelangt ist. In dem Film spielt sie eigentlich eine biedere und bis oben hin zugeknöpfte Hausfrau, berichtet Julia Küppers von der Korschenbroicher Produktionsgesellschaft PhinoFilm. Sie hat auch das Drehbuch geschrieben für den Pilotfilm, der im Oktober Premiere feiern soll.

Dann muss noch ein Sender gefunden werden, der die Kosten für die Serienproduktion übernimmt. Da gibt sich Küppers aber zuversichtlich, denn „neue Sendeformate sind gefragt“, wie sie weiß. Die Privaten haben genug von „Trash-TV“ und Doku-Soaps. „Wir paaren Gesichter, die aus den Trash-Produktionen bekannt sind, mit ernsthafter Spielhandlung und bekannten Serienschauspielern“, erläutert die junge TV-Journalistin.

Flugdrohen mit Kamera

Deshalb wurden auch bekannte Schauspieler wie Nina Fischer engagiert, um der Produktion den professionellen und seriösen Rahmen zu geben, den sie braucht. Aus Wegberg stammt Philip Niemann, der ebenfalls aus der RTL2-Serie „Privatdetektive im Einsatz“ bekannt ist. Ivan Robert, der in der Szene die Orangen kauft, hat schon im deutschen Kultfilm „Der bewegte Mann“ mitgespielt. „Borschemich eignet sich für unsere Vorstellungen ideal“, betont Küppers. Sie mag vor allem den morbiden Charme, der von dem fast verlassenen Ort ausgeht. Zuerst wollte man nur die Luftaufnahmen über Borschemich machen, denn das geht über nahezu unbewohnten Ortschaften besser. Doch dann erlagen Küppers und ihre Mitstreiter dem besonderen Flair des Ortes.

Für die Spezialeffekte bei der Kameraführung gab es Klaus Müller von der ONO GmbH aus Mönchengladbach. Der brachte seine Flugdrohne mit Kamera zum Einsatz und ermöglichte so Kamerafahrten, die früher nur mit Hilfe eines Kranwagens möglich gewesen wären.

Ein Luxus, den sich eine Produktionsfirma wie PhinoFilm nicht unbedingt leisten könnte, doch die lokalen Produktionsfirmen unterstützen sich gegenseitig. In Borschemich musste gegen die Zeit gedreht werden, denn der vorherige Dreh an einer Tankstelle verzögerte sich um vier Stunden. Dementsprechend war man auch Stunden zu spät in Borschemich, wo das Team mit dem abnehmenden Tageslicht auskommen musste.

(hewi)