Selfkant: Feuerwehr im Selfkant auf gutem Weg

Selfkant: Feuerwehr im Selfkant auf gutem Weg

Mit ihrem Feuerwehrwesen ist die Gemeinde Selfkant „auf einem richtig guten Weg“. Wenn das Lob aus dem Mund eines Experten kommt, ist es umso wertvoller. Patrik Habeth von der Firma Forplan stellte im Haupt- und Finanzausschuss die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes für die Gemeinde vor.

Der Ausschuss zeigte sich, diskussionslos, mit dem vorgelegten Plan einverstanden und gab dem Rat die einstimmige Empfehlung, dem Brandschutzbedarfsplan zuzustimmen.

„Das sogenannte Schutzziel der Feuerwehr im Selfkant ist so definiert: Die erste Einheit soll mit einer Stärke von neun Einsatzkräften innerhalb von acht Minuten nach Alarmierung durch die Kreisleitstelle am Einsatzort eintreffen (erster Abmarsch); dieses Ziel soll mindestens in 80 Prozent der Fälle erreicht werden. Eine weitere Einheit mit einer Mindeststärke von 22 Einsatzkräften soll innerhalb der folgenden fünf Minuten vor Ort sein (zweiter Abmarsch), das Schutzziel soll hier in mindestens 90 Prozent der Fälle realisiert werden.

Anders als beim ersten Abmarsch wurden beim zweiten in 2015 die Anforderungen „nahezu durchgehend hundertprozentig“ erfüllt. Die zwei Züge der Selfkant-Wehr, die wiederum bestehend aus vier Löscheinheiten, verfügen über vier Feuerwehrhäuser, die laut Forplan einen „insgesamt guten baulichen Zustand“ aufweisen; lediglich in Havert und Schalbruch wurden Mängel moniert, doch auch hier wird ein neues Feuerwehrhaus gebaut. Die Ausstattung mit technischer Ausrüstung, Funktechnik und Schutzmontur der Kameraden ist nach dem Urteil von Patrik Habeth „im Allgemeinen als gut“ anzusehen.

Herausgehoben wird auch die wichtige Nachwuchsarbeit in der Jugendwehr, allerdings ist in den vergangenen Jahren das Interesse der Jugend am Dienst in der schnellen Truppe rückläufig bis stagnierend. „Aber“, so Habeth, „die Gemeindefeuerwehr besitzt immer noch einen starken Block an jungen Leuten.“

Das Durchschnittsalter der rund 140 Wehrleute liegt bei 34 Jahren, nach Worten Habeths „ein optimaler Wert“.

Die Löschwasserversorgung ist weitgehend „befriedigend“, in peripheren Bereichen muss teilweise eine zusätzliche Wasserversorgung (durch wasserführende Löschfahrzeuge und durch Schläuche) aufgebaut werden.

Die Auswertung von Forplan ergab, dass die Wehrleute im Zeitraum von 2011 bis 2015 durchschnittlich 54 Mal im Jahr zu Bränden ausrücken mussten, die technischen Hilfeleistungen schlugen im gleichen Zeitraum mit 46 Einsätzen pro Jahr zu Buche; die Fehlalarmquote wurde mit sechs notiert.

Im Klartext: Statistisch gesehen haben die Kameraden im Selfkant alle drei bis vier Tage einen Einsatz abzuarbeiten. Das Gesamtrisiko der Gemeinde Selfkant ist nach Einschätzung Habeths auf einem „noch niedrigen Niveau“. Die Einheiten Havert-Schalbruch und Millen-Tüddern, Höngen-Saeffelen und Hillensberg-Süsterseel sind gut aufgestellt. „Das ist eine leistungsfähige Wehr. Da können Sie stolz drauf sein“, erklärte er in Richtung Rat und Verwaltung.

Zusammenfassend stellt Forplan der Gemeinde ein gutes Zeugnis aus: „Bereits durch die umfangreichen Maßnahmen des Brandschutzbedarfsplanes von 2003 wird eine deutliche Tendenz zur Verbesserung des Brandschutzes erkennbar. Die Anstrengungen durch die Feuerwehr und durch die Gemeinde sind als sehr positiv zu bewerten.“

Die Gemeinde Selfkant wird den Trägeranteil für eine dritte, neu entstehende Gruppe (mit zusätzlich 22 Plätzen) im Kindergarten Süsterseel übernehmen. Damit entsprach der Haupt- und Finanzausschuss mehrheitlich einem Antrag des katholischen Kirchengemeindeverbandes St. Servatius.

Josef Werny, SPD, kritisierte die Übernahme durch die Gemeinde: „Es handelt sich um einen konfessionellen Kindergarten mit eigenen Beschäftigungsregeln, wo nicht mal das deutsche Arbeitsrecht zur Geltung kommt. Für mich ist nicht ersichtlich, dass die Gemeinde sich finanziell beteiligt. Da ist die Kirche selbst gefordert.“

Bürgermeister Herbert Corsten betonte, dass die Gemeinde gesetzlich verpflichtet sei, genügend Kindergartenplätze vorzuhalten und dass die Kooperation mit der Kirche wichtig sei: „Wir sind nämlich auf jeden Fall im Nachteil, wenn wir das selbst machen müssen.“

Der Trägeranteil, den die Gemeinde bei der dritten Gruppe übernimmt, liegt bei zwölf Prozent aller nach Paragraf 19 Absatz 1 Kinderbildungsgesetz bewilligten Kinderpauschalen. Nach Einschätzung des Kreisjugendamtes könnte der Trägeranteil bei 16 000 Euro pro Kindergartenjahr liegen.

(dawin)
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