Wegberg-Beeck: FC Wegberg-Beeck: Noch einige Prozent mehr im ersten Heimspiel?

Wegberg-Beeck: FC Wegberg-Beeck: Noch einige Prozent mehr im ersten Heimspiel?

„Wir haben zu Hause noch nicht verloren, und Uerdingen hat auswärts noch nicht gewonnen.“ Bei seinem Scherz muss Friedel Henßen selbst lachen, auch wenn die Aussage zu 100 Prozent zutrifft. Da die Partie gegen den BVB Dortmund II wegen der nächtlichen Regenfälle abgesagt werden musste, bestreitet der FC Wegberg-Beeck erst Freitagabend, 19.30 Uhr, sein erstes Heimspiel in der Fußball-Regionalliga — folglich ist die Heimweste noch weiß.

Zu Gast ist Mitaufsteiger KFC Uerdingen, der sein erstes Auswärtsspiel beim Bonner SC mit 0:1 verloren hatte, zu Hause den 1. FC Köln II aber mit 2:1 besiegte.

Ein Blick auf den neu zusammengestellten KFC-Kader dürfte so manchem Trainer aber das Lachen vergehen lassen — auch wenn Papier ja bekanntlich geduldig sein soll. Der Aufsteiger hat den sofortigen Durchmarsch als Saisonziel ausgegeben. „Die Gäste haben nach dem Aufstieg 14 neue Spieler verpflichtet, von denen viele sogar Zweit- oder Drittliga-Erfahrung haben“, weiß der Beecker Teamchef. „Der Kader ist in der Breite sehr gut aufgestellt.“

Doch in Bonn offenbarte sich, dass das Team von KFC-Cheftrainer Michael Wiesinger, der Mitte Juni als Nachfolger von Aufstiegstrainer André Pawlak kam und zuvor die Südwest-Regionalligisten Spielvereinigung Elversberg (in der Aufstiegsrelegation an Unterhaching gescheitert) betreute, wohl noch nicht so eingespielt wie erhofft ist. Individuell zwar sehr stark besetzt, hatte Uerdingen mit den kämpferisch auftretenden Bonnern einige Probleme. Mit bisher zwei Treffern zeigt der Sturm des aktuellen Tabellenelften Defizite. Dafür steht die Defensive aber ziemlich sicher.

Und so hofft Henßen auch: „Uerdingen bringt viel Erfahrung mit. Aber vielleicht sind die Gäste ja noch nicht richtig eingespielt, und es eröffnen sich so für uns Chancen.“ Der Beecker Teamchef und Trainer Dirk Ruhrig ordnen das Spiel aber gleich richtig ein. „Ich habe auch vor der Wuppertal-Partie gesagt, der WSV und jetzt der KFC, das sind Vereine, die haben Bundesliga gespielt, das sind große Namen. Das sind die Spiele, die wir haben wollten — Highlight-Spiele“, sagt Henßen, „vor so einer Partie — zumal beim ersten Heimspiel und dann auch noch an einem Freitagabend — muss sich keiner mehr motivieren.“ Und doch: „Trotzdem werde ich natürlich versuchen, noch ein paar Prozent mehr rauszukitzeln.“

Personell sieht es beim Gastgeber nicht besser aus: Nils Kochan wurde am Mittwoch am Kreuzband operiert, Joshua Holtby und Armand Drevina fehlen noch ein paar Wochen, Lorenz Klee (Meniskus-OP) sogar bis zum Ende der Hinrunde. Und Ortis Kumanini steckt auf unabsehbare Zeit weiterhin in Ghana fest. „Simon Küppers und Marius Müller konnten in dieser Woche zwar nicht hundertprozentig trainieren, werden aber wohl einsatzbereit sein“, hofft Henßen. Das gilt auch für Danny Fäuster, der sich im Training leicht verletzt hat.

Vorbehaltlicher keiner neuen Hiobsbotschaften wird das Team wohl ähnlich wie in Wuppertal auflaufen. „Änderungen auf ein, zwei Positionen sind aber immer möglich“, wollte Henßen die Aufstellung nach dem Abschlusstraining am Donnerstag noch einmal überschlafen.

Natürlich wird Wegberg-Beeck aus einer kompakten Defensive heraus agieren — alles andere wäre Harakiri. Doch verstecken wollen sich die Gastgeber nicht. „Wir haben auch schon in Wuppertal zur Halbzeit besprochen, dass wir zehn Meter weiter vorne agieren wollen. Wir werden auch gegen Uerdingen versuchen, nach vorne zu spielen.“ Und wenn man dann noch den Gegner möglichst vom eigenen Tor weghalten könnte, das „wäre perfekt“.

Doch Henßen ist Realist: „Wenn wir vom Feld gehen — egal, wie das Spielresultat aussieht — und wir können sagen, wir haben alles versucht, dann ist das für uns das bestmögliche Ergebnis.“