Katholikenrat für die Region Heinsberg: „Es muss Veränderungen in der Kirche geben“

Katholikenrat für die Region Heinsberg : „Es muss Veränderungen in der Kirche geben“

Bei der Sitzung des Katholikenrats der Region Heinsberg im Katholischen Forum im „Alten Amtsgericht“ in Heinsberg wurde viel diskutiert – und das aus zwei Gründen. Zum einen blickten die Mitglieder zurück auf die gemeinsame Sitzung des Katholikenrats mit dem Regionalpastoralrat.

Zum anderen setzten sie sich kritisch mit dem Entwurf einer „Stellungnahme zur aktuellen Situation der Kirche“ des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Aachen auseinander.

Begrüßt wurde von der Versammlung, dass erstmalig ein konstruktiver Austausch mit dem Regionalpastoralrat stattgefunden hat. Kritisch angemerkt wurde allerdings, dass bei der Sitzung, bei der es um Antworten und Wege für pastorales Handeln und damit die Zukunft der Pastoral in der Region Heinsberg ging, eher eine Wertediskussion geführt wurde, als die Stärken der Region konkret zu benennen und Aktivitäten für die Zukunft daraus herzuleiten. „Wir brauchen Veränderung“, betonte Johannes Eschweiler. Dabei kam die Sprache auf Gemeindeleitung in Gemeinschaft, Schaffung von größeren Räumen, andere Strukturen mit anderen Leitungen sowie auf Überzeugungsarbeit in der Region und damit vor Ort. Als ganz wichtig stellte Gertrud Grotthaus heraus, die Jugend zu erreichen. Sie plädierte dafür, von unten her etwas Neues aufzubauen. „Mit dem alten Bestehenden sehe ich keine Zukunft“, sagte sie.

Dass es Veränderungen geben muss, dies geht auch aus dem Entwurf einer „Stellungnahme zur aktuellen Situation der Kirche“ des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Aachen hervor, in der von einer Reform der Machtstrukturen, einer Reform des Priestertums (Aufhebung des Pflichtzölibats, gleichberechtigter Zugang von Frauen zu Weiheämtern) und einer Reform der Sexualmoral die Rede ist. „Wir sollen uns mit dem Schreiben in den Katholikenräten auseinandersetzen, um Änderungen vorzuschlagen“, sagte Vorsitzender Lutz Braunöhler. Daraufhin wurde viel diskutiert.

Angemerkt wurde, dass die Sorgen und Nöte der Menschen im Mittelpunkt des Kirchenlebens stehen sollten – und nicht die Liturgie. Leitungsfunktionen seien auch dienende Funktionen für Menschen am Rande der Gesellschaft, meinte Johannes Eschweiler. Vielen der Mitglieder war nicht klar, an wen die Stellungnahme gerichtet werden soll. Dazu erklärte Geschäftsführer Ralf Zanders, dass der Brief sich in erster Linie an alle Christen im Bistum Aachen richte und nicht allein an Bischof Helmut Dieser. In dem Zusammenhang wurde mehrfach angemerkt, dass der Bischof keinen Dialog wolle. Schließlich kam die Versammlung überein, weiterzugeben, dass einige Punkte der Stellungnahme überarbeitet werden müssen und eine Präzisierung und Zuspitzung gewünscht ist. Einig waren sich die Mitglieder auch darin, dass die Stellungnahme – wenn sie überarbeitet wurde – breit in die Region getragen werden müsse.

Bei der abschließenden Information seitens der Vertreter der Verbände und Gemeinschaft der Gemeinden riefen die Ausführungen von Flüchtlingsseelsorger Achim Kück Unverständnis hervor. Nach seinen Darstellungen läuft zum 30. Juni diesen Jahres der Auftrag der Flüchtlingsseelsorge als Projektauftrag aus. Bisher ist keine Erklärung seitens Bischof Helmut Dieser – trotz mehrfacher Anschreiben – eingegangen, wie es weiter geht.

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