Erstes Ehrenamtsfest von St. Nikolaus Rurkempen

Pfarrheim Klausenhof : Mit Ehrenamtlern in die Zukunft

Was wäre eine Pfarrei rund um ihren Kirchturm heute noch ohne all diejenigen, die sich jeden Tag in ganz unterschiedlicher Weise für das Miteinander einsetzen?

So schrieb es der Kirchenvorstand von St. Nikolaus Rurkempen in seiner Einladung zu seinem ersten Ehrenamtsfest und gab die Antwort gleich dazu: „Ohne das vielfältige Engagment in unserer Kirchengemeinde wäre das kirchliche Gemeindeleben, wie wir es kennen und schätzen, nicht mehr möglich.“

Grund genug, alle Ehrenamtler zu einem gemütlichen Abend im frisch sanierten Pfarrheim Klausenhof einzuladen. Gekommen waren dazu auch Vertreter des Pastoralteams mit GdG-Leiter Pfarrer Markus Bruns an der Spitze und der Sprecher des GdG-Rats, Jakob Nobis. Begrüßen konnte Konrad Ohlenforst als Vertreter des Kirchenvorstands aber auch Vertreter der Ortsvereine, die mit einer Spende zur Finanzierung des neuen Glasdachs beigetragen hatten, das Bürgerhalle und Klausenhof jetzt verbindet. Stellvertretend für alle Ehrenamtler überreichte er einen Blumenstrauß an Annette Goertz, ebenfalls Mitglied im Kirchenvorstand. Sie habe sich in ganz besonderer Weise bei der Sanierung des Pfarrheims engagiert, betonte Ohlenforst. „Das ist jetzt eine Einrichtung, die ihresgleichen sucht.“

Nach dem gemeinsamen Abendessen ging es weiter im Programm mit dem Kirchenkabarettisten Detlev Schönauer, der aus dem Saarland angereist war. Er hatte viele Anekdoten aus dem kirchlichen Leben mitgebracht und analysierte die Begrifflichkeiten ganz genau, als er etwa auf den Leichenschmaus zu sprechen kam. Begräbniskaffee heiße das hier, ließ er sich belehren und fragte erstaunt: „Esst Ihr dabei nix?“ Aber auch andere Fragen warf er auf. „Wie lange muss ich eine Hostie im Mund behalten, dass es gilt? Das weiß ich auch bis heut nit“, räumte er ein. Mit einer liturgischen Hitparade rundete er sein amüsantes Programm ab.

Nobis warf danach einen Blick in die Zukunft der GdG, die mit ihren 15 Pfarreien eine der großen in der Region Heinsberg ist. Bis zum Jahr 2025 werde die Entwicklung so weitergehen, dass man mit deutlich weniger Personal, vielleicht nur noch mit einem Pfarrer, auskommen müsse, erklärte er. „Seelsorge vor Ort? Das sind wir, dass sind Sie, die Ehrenamtler!“, betonte er. Sie aufrechterhalten zu wollen, sei auch eine Chance, fuhr er fort. Dazu wäre dann aber notwendig, andere Wege zu gehen, nämlich den Glauben nicht mehr an die Kirche anzudocken, nicht mehr an ein Gebäude, sondern direkt an Jesus Christus. Es müsse auch kleine Projekte geben, und jeder Ehrenamtler soll dann das machen, was er wirklich am besten könne. Die Motorradmesse in Kempen oder das Angebot des Turmsteigens zu Weihnachten lobte Nobis als gute Beispiele.

Zuversichtlich zeigte sich auch Bruns: „Bei allen Bedenken habe ich ein gutes Gefühl, dass Kirche hier Zukunft hat“, betonte er. „Und die Zukunft sitzt hier.“

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