Erschließung für Erweiterung des Gewerbe- und Industriegebiets startet

Gewerbe- und Industriegebiet : Die Bagger stehen bereit für Gipco IV

Der Gewerbe und Industriepark Commerden wächst weiter. Eine 17 Hektar große Fläche wird jetzt im ersten Bauabschnitt erschlossen. Insgesamt kann Gipco IV 30 Hektar groß werden.

Eigentlich steht der Bagger am falschen Kreisverkehr und das Schild mit der Aufschrift „Hier entsteht die Erweiterung des Gewerbe- und Industrieparks Commerden (Gipco)“ auch. Gebaggert wird nämlich künftig an dem Kreisverkehr an der B57, der auch der Zubringer zur A46 ist. Diese direkte Verkehrsanbindung zu Autobahn und Bundesstraße sei einer der Gründe, warum das Erkelenzer Gewerbegebiet so attraktiv ist, heißt es in öffentlichen Broschüren. Bürgermeister Peter Jansen ist jedenfalls stolz, auf die „Erfolgsstory“ Gipco.

Die geriet zwar ein wenig ins Stocken, als es darum ging, das Gewerbegebiet über die B57 hinweg zu erweitern. Aber mit Hilfe von RWE Power kann die Stadt Erkelenz jetzt in einem ersten Bauabschnitt 17 Hektar Gewerbefläche anbieten. 

Zu dieser Unterstützung hatte sich RWE Power in einem Kooperationsvertrag mit der Stadt Erkelenz im Jahr 2015 verpflichtet, in dem es darum geht, den Strukturwandel des Tagebaugebietes zu fördern. Ein attraktives Arbeitsumfeld soll geschaffen, die Wirtschaftskraft des Standortes gestärkt werden. „Als Tagebaubetreiber tragen wir über die Umsiedlung hinaus Sorge für die Entwicklung der vom Bergbau betroffenen Städte und Gemeinden“, erklärte Erik Schöddert, Leiter des Bereichs Umsiedlung und Flächenmanegement bei RWE Power. Das Energieunternehmen hat nicht nur die 30 Hektar große Fläche für das Industriegebiet erworben, es übernimmt auch die Planung, die Erschließung und die Vermarktung des Gewerbegebietes

Enthüllt: Das Bauschild steht und der Bagger auch. Damit Gipco IV verwirklicht werden kann, haben Bürgermeister Peter Jansen, Technischer Beigeordneter Ansgar Lurweg, Stadtkämmerer Norbert Schmitz, Sandra Schürger, Referentin für Wirtschaftsförderung, Ulrich Schirowski, WfG für den Kreis Heinsberg, Erik Schöddert und Tobias Graulich von RWE an einem Strang gezogen. Foto: Mirja Ibsen

Die orangen Bagger werden zuerst am Kreisverkehr an der B57 ihre Schauffeln in die Erde graben. Das beauftragte Jülicher Unternehmen will bis April 2019 einen Anschluss zur künftigen Erschließungsstraße fertiggestellt haben, und dann folgt der Bau eines Regenrückhaltebeckens und der Erschließungsstraße. Parallel dazu vermarktet RWE die Fläche in enger Absprache mit der Stadt Erkelenz. Das Interesse ist groß. Die Stadt Erkelenz hätte die Fläche in diesem Jahr schon zwei bis drei Mal vergeben können. „Aber“, das betont Bürgermeister Jansen mehrmals, „uns ist Nachhaltigkeit wichtig.“ Die Zahl und die Qualität der entstehenden Arbeitsplätze hätten nicht den Ansiedlungsgrundsätzen der Stadt entsprochen.

Auf den richtigen Ansiedlungsmix komme es an. Erkelenz sei geprägt von vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen. „Das passt komplett in unsere Philosophie.“ Der Bürgermeister hofft, dass durch das attraktive Arbeitsplatzangebot vor Ort aus Pendlern Ansässige werden, „auch unter dem ökologischen Aspekt“.

Zunächst hatte sich die Großbäckerei Kamps auf dem Gelände ansiedeln wollen. Als sich die Pläne Ende 2017 zerschlugen, entwickelte die Stadt gemeinsam mit dem Energieunternehmen eine alternative Strategie zur Nutzung der Fläche.

Sie seien in einem sehr konkreten Stadium. Unternehmen, die jetzt die Verträge abschließen, können mit den Planungen beginnen. Eventuell wird auch parallel zur Erschließung bereits gebaut. Vorraussichtlich Mitte 2020 können die Bauarbeiten dort beginnen, wo heute noch Acker ist.