Heinsberg/Erkelenz: Erkelenzer Produzent dreht Action-Thriller „Breakdown Forest“

Heinsberg/Erkelenz : Erkelenzer Produzent dreht Action-Thriller „Breakdown Forest“

Redakteur Helmut Wichlatz hat‘s ausprobiert. Er findet in „Breakdown Forest“ ein blutiges Ende. Dabei hatte er sich noch so viel vorgenommen. Zumindest für den Rest des Tages. Jetzt liegt er da, das Hemd blutüberströmt, den Kopf nach unten geknickt, die Beine ausgestreckt, die Arme seitlich vom Körper gestreckt, als würden sie nicht ihm gehören. Mausetot.

Helmut Wichlatz, langjähriger Mitarbeiter dieser Zeitung, ist durch eine Kugel ins Jenseits befördert worden. „Danke, das war‘s“.

Sterben und Auferstehung liegen manchmal dichter beieinander, als man gemeinhin so denkt. Zumindest beim Film. Unser langjähriger Mitarbeiter Helmut Wichlatz durfte dies jetzt am eigenen Leib erfahren. Foto: kalauz

Kaum hat Patrick Roy Beckert den Satz zu Ende gesprochen, schnellt bei Wichlatz der Daumen der rechten Hand in die Höhe, die Augenlider heben sich und ein Grinsen macht sich von einem Mundwinkel zum anderen breit. Die Szene ist im Kasten, Wichlatz hat seine Rolle gespielt, er darf aufstehen und sich auf die Schulter klopfen lassen. „Und, wie war ich?“, fragt der „Tote“, kaum wieder zum Leben erwacht. „Cool, war total okay“, sagt Beckert. Der Mann ist Regisseur. Die Szene mit dem „toten“ Helmut Wichlatz im Fahrstuhl des Hauses an der Nordpromenade in Erkelenz ist Bestandteil des Action-Thrillers „Breakdown Forest — Reise in den Abgrund“, den er und sein Team gerade abdrehen.

Um die Sprengkapseln auf der dicken Weste am Körper anbringen zu können, mussten einige lange Schnitte in das helle Hemd gemacht werden.

Dass dabei auch einige Sequenzen in und um Erkelenz gedreht werden, dafür sorgt Thomas Kercmar. Der Erkelenzer Versicherungsfachmann ist Produzent des Streifens, mithin derjenige, der für die Finanzierung des Projektes sorgt. „Das ist nicht immer ganz einfach, aber bisher ist es gelaufen“, sagt er, das mit einem so zotteligen Pelz überzogene Mikrofon in der Hand haltend, dass er damit auch die Lache Kunstblut, die Wichlatz im Aufzug hinterlassen hat, aufwischen könnte.

Helmut Wichlatz ist nicht der einzige, der an diesem Morgen für einige Sekunden sein Leben lassen muss: In der Wohnung von Kercmar werden noch zwei weitere Leichen auf Zelluloid gebannt — falsch, das war einmal, heute werden auch die Toten im Film auf Mikrochip gespeichert. Wie der Hausmeister, den Jochen Taubert spielt. Auch den hat der ziemlich bekannte Schauspieler Ralf Richter auf dem Gewissen.

Der ist von seinem Wohnort Köln an diesem Tag nach Erkelenz gekommen, um hier im Sinne des Drehbuches klar Schiff zu machen. Drahtig ist er, konzentriert vor jeder Szene, in sich ruhend, fast undurchschaubar wirkt er: Ein alter Hase aus dem Zwielichtmilieu. Man fragt sich: Spielt er das jetzt, oder ist der wirklich so?

Neben Helmut Wichlatz und Ralf Richter werden noch andere namhafte Schauspieler in dem Streifen („Der wird im kommenden Jahr abgedreht und dann zu sehen sein“, sagt der Erkelenzer Produzent Thomas Kercmar) ihren Auftritt haben: Martin Semmelrogge etwa. Auch einer, bei dem man eher an Buletten in einer finsteren Eckspelunke als an Frühstück bei Tiffany denkt. Ja, und auch Jürgen Drews wird einen Auftritt haben — sicher nicht im Bett im Kornfeld...

„Die, die wir gefragt haben, spielen gerne mit“, sagt Regisseur Beckert. Und „Bösewicht“ Richter ergänzt: „Ich bin wegen der Beharrlichkeit von Thomas und wegen des Drehbuchs dabei“. Es war nicht die erste Szene für „Breakdown Forest“, die in Erkelenz eingespielt wurde: Bereits im Frühsommer war das Team im Rewe-Markt zu Gast.

Dort wurde Marktleiter Bernhard Steffens mithilfe von biologisch einwandfrei abbaubarem Kunstblut optisch wirksam ins Jenseits befördert. Bei ihm wie auch jetzt bei Helmut Wichlatz waren für das punktgenau spritzende Blut die Pyrotechniker von S.W.A.T. aus Süddeutschland verantwortlich. Die haben die Lizenz zum Krachen. Um die Sprengkapseln an den richtigen Stellen auf der dicken, schwarzen Weste am Körper von Wichlatz anbringen zu können, mussten einige ziemlich lange Schnitte in das helle Hemd gemacht werden.

„Das Hemd ist hin“, sagt Wichlatz lakonisch auf dem Weg in den „Tod“. Ja, sagt er nach seiner „Auferstehung“, es habe „richtig Laune“ gemacht, mal so effektvoll abgeknallt zu werden. Als sein Blick nach unten wandert, fügt er leise hinzu: „Das war übrigens mein Lieblingshemd“. Naja: Er wird‘s überleben...

(kalauz)