Erkelenz: Erkelenzer Musiknacht: Viele Leckerbissen für musikalische Nachtschwärmer

Erkelenz : Erkelenzer Musiknacht: Viele Leckerbissen für musikalische Nachtschwärmer

Es hat sich mittlerweile herumgesprochen: Bei der Musiknacht in Erkelenz gibt es viel zu hören und zu sehen. Deshalb waren am Freitag wieder viele Musikfreunde in der Innenstadt unterwegs. Die Idee stammt von Fred Reiter. Er wollte „ein Zeichen der Gemeinsamkeit in Erkelenz setzen“.

Der Reinerlös der Musiknächte fließt in die Flüchtlingsarbeit in Erkelenz. Darüber freut sich vor allem Franz Thiel, der Gründer des Vereins „Willkommen in Erkelenz“. Besonders freute ihn diesmal, dass in der evangelischen Kirche eine Gruppe von Musikern auftrat, die als Flüchtlinge in den Kreis Heinsberg gekommen sind. „Aghani“ ist Arabisch und bedeutet „Lieder“.

Mozart, Beethoven und Rossini auf dem Akkordeon: Alexander Pankov spielt in St. Lambertus. Foto: Helmut Wichlatz

Die Musiker stammen aus Syrien, dem Irak, der Türkei und Deutschland. Die Gruppe ist aus einem Weltmusikprojekt hervorgegangen, das die Kölner Musikerin und Gesangspädagogin Agnes Erkens vor zwei Jahren mit dem Katholischen Forum startete. In das Programm von Aghani fließen die traditionellen Musikstile der Heimatländer ein und vermischen sich mit abendländischer Musik. Das Ergebnis zog die Zuhörer in der gut besuchten Kirche in seinen Bann.

Klassiker aus Rock und Pop

Begonnen hatte die Nacht schon am späten Nachmittag mit den Reverends auf dem Vorplatz der Kreissparkasse. Norbert Schiefke und Heinz Gerichhausen präsentierten Klassiker aus Rock und Pop und leiteten so die Konzertrallye durch die Stadt ein. Ein Merkmal der Musiknacht sind die teilweise außergewöhnlichen Konzertorte. So sind die Volksbank und die Sparkasse neben dem Alten Rathaus, der Leonhardskapelle und der Stadthalle regelmäßige Austragungsorte.

Ebenso gehören die evangelische Kirche und St. Lambertus dazu. Die Burg, die Krypta von St. Lambertus, die Rathausarkaden und das Amtsgericht waren in den vergangenen Jahren auch schon vertreten. Die Konzerte sind so getaktet, dass man durchaus bequem durch die Stadt von einem zum anderen kommt.

Über zwei Stunden waren die West BigBand mit Markus Forg und der Gospelchor RejoiSing in der Stadthalle zugange. Ein krasses Kontrastprogramm fast zeitgleich in der Pfarrkirche St. Lambertus: Alexander Pankov und sein Akkordeon. Der Musiker studierte in Köln und Nowosibirsk und ist ein international gefragter Solist. Sein Repertoire reicht von Corelli und Mozart bis Beethoven und Rossini.

In der Volksbank am Konrad-Adenauer-Platz hatte das Vokalensemble Augenblick seinen Auftritt. Die sechs Sängerinnen werden von Stefan Bimmermann betreut, den man auch als Bühnenpartner von Christian Pape kennt. Die Sängerinnen wurden ihrem Namen gerecht und schufen musikalische Augenblicke, die in Erinnerung bleiben.

Das wird das Konzert der Gruppe „Hier geht was“ im Alten Rathaus sicher auch schaffen. Die Bluesrocker mit deutschen und teilweise plattdeutschen Texten hatten als Unterstützung den Mönchengladbacher Krimiautor Arnold Küsters mitgebracht, der an der Mundharmonika eine gute Figur machte.

Zur Höchstform aufgelaufen

Weniger deftig ging es quasi zeitgleich in der Leonhardskapelle zu, wo es Jacqueline Drescher und die Jazzer von „WassenJazz“ cool angehen ließen. Zur selben Zeit liefen ein paar Meter weiter in der Stadthalle Gospelchor und Bigband noch einmal zur Höchstform auf.

Abschließend trafen sich die musikalischen Nachtschwärmer noch einmal in der Sparkasse, wo Miss She and the Coconuts ein Abschlusskonzert gaben.