Erkelenzer Musiker Thomas Allan wird Support-Act von Mando Diao

Thomas Allan aus Erkelenz : Vom Keller auf die Bühne von Mando Diao

Thomas Allan hat alles, was man braucht, um in England ein Popstar zu werden: Er sieht gut aus, hat einen todschicken engen Anzug und ein beneidenswertes Englisch mit dem Akzent, der nach Working Class und verrauchten Pubs klingt. Doch vor allem hat er Talent. Nun steht der 27-jährige vor dem Durchbruch.

Was man jedoch nicht glauben möchte: Thomas Allan stammt aus Erkelenz. Die Stadt liegt im offiziellen Ranking der „Important Rock`n´Roll-Places“ noch hinter Bielefeld oder Oer-Erkenschwick. Doch genau da ließen sich seine Eltern nieder, nachdem der Vater seinen Militärdienst für die Queen beendet hatte. Vorher hatte die Familie im Osten Englands und im Mönchengladbacher JHQ gewohnt. Schließlich landeten sie in der Heimatstadt der deutschen Mutter.

Daheim bei den Allans spielte Musik immer eine große Rolle. „Meine Eltern haben mir viel vorgespielt und ich hatte freien Zugriff auf eine ordentliche Plattensammlung“, erinnert er sich. „Die musikalische Auswahl war erstklassig.“ Noch bevor er eingeschult wurde, hatte er sein erstes eigenes Schlagzeug. Weitere Instrumente brachte er sich selbst bei. Ein Umstand, der seinem kreativen Potenzial sehr entgegenkommt. So konnte er alle Instrumente seines ersten Albums – bis auf die Violine – an einem Stück ohne fremde Hilfe im Keller des Erkelenzer Elternhauses einspielen, abmischen und mastern

Zunächst spielte er aber, wie es sich in dieser Gegend gehört, in einer Coverband. Doch richtig spannend wurde es erst, als er beschloss, sein eigenes Ding zu machen. Und das hatte natürlich Vorbilder: Oasis, The Who, Sex Pistols und die Libertines – das Who is Who des britischen Rock. „Anfangs war ich ziemlich strikt mit dem, was ich für gut hielt“, erinnert er sich rückblickend. „Dann stellte ich fest, dass es in allen Musikrichtungen gute Songs gibt. Momentan höre ich gerne Bob Dylan, Lana Del Rey und ein paar Sachen von Fleetwood Mac.“

Die Aufnahmen aus dem Keller machten dies- und jenseits des Ärmelkanals die Runde und führten bald zu einem Ritterschlag der besonderen Art. Denn niemand geringerer als Billy Bragg bezeichnete Allan in einer Musiksendung bei BBC als „Zukunft des britischen Rock“. Das geht natürlich runter wie Butter. Und Recht hat Herr Bragg, denn wenig später meldete sich ein Label bei Thomas, taufte ihn aus marketingtechnischen Gründen in „Tom“ um und produzierte mit ihm das Album „Dear Boy“. Als Tom Allan and the Strangest ging es dann auf Tour durch die Clubs der Republik. Auf der Bühne ist Evan Beltran sein musikalischer Partner, ein junger Mexikaner, der vor der fremdenfeindlichen Politik der USA nach Deutschland flüchtete.

Die Zeit bis zur Tour nutzen Allan und sein musikalischer Mitstreiter für ein neues Album, das live eingespielt wird. Nach der Clubtour, bei der das Album promotet wurde, folgt nun der nächste Streich. Denn im November stehen Tom Allan and the Strangest bei sechs Konzerten als Support Act für die schwedischen Rocker von Mando Diao auf den Bühnen. Und die sind schon eine Nummer größer als die der Clubs, durch die bislang getingelt wurde.

Tom Allan unterscheidet nicht zwischen Wohnzimmern, Clubs und großen Bühnen. „Die kleinen und intimen Konzerte machen sogar mehr Spaß“, betont er. „Man ist näher am Publikum und der Funke springt schnell über.“

Wenn sich alles so entwickelt, wie es sich derzeit ankündigt, werden die Clubkonzerte mit Thomas Allan und Evan Beltran zu begehrten Geheimtipps avancieren.