Erkelenz: Erkelenzer Krankenhaus: Neuer Behandlungsraum

Erkelenz: Erkelenzer Krankenhaus: Neuer Behandlungsraum

Kraft, Ausdauer und Geschicklichkeit sind der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben im Alter. Deshalb hat die geriatrische Klinik des Herrmann-Josef-Krankenhauses unter der Leitung von Chefarzt Dr. Christian Isensee nun einen Behandlungsraum eingerichtet, in dem die Patienten nach längerem Krankenhausaufenthalt oder einem Sturz wieder Muskeln aufbauen und Bewegungsabläufe trainieren können.

Die „Muckibude“ ist speziell auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten der älteren Patienten eingerichtet. Nach dem Prinzip des altersgerechten Zirkeltrainings werden diejenigen Muskeln trainiert und wieder aufgebaut, die man im Alltag braucht. Zum Beispiel, um sich aus einem Rollstuhl hochzudrücken oder wieder einen festen und sicheren Griff zu entwickeln. Auch das Gleichgewicht kann in speziellen Übungen ebenso wie die allgemeine Ausdauer trainiert werden.

„Bei älteren Menschen schwindet die Muskulatur oftmals schon nach kurzer Bettlägerigkeit“, betont Isensee. Dies erhöhe die Gefahr von Stürzen und damit verbundener Komplikationen erheblich. Daher sei es Ziel des Trainings, den Patienten die Selbstsicherheit und Kraft zu geben, um mit den Situationen des Alltags zu Hause wieder klarzukommen. Zusätzliche gesundheitsförderliche Aspekte sind neben dem Muskelaufbau auch Spaß und Geselligkeit. Denn in der Gruppe macht jeder Sport am meisten Spaß.

Unter den wachsamen Augen und der fachkundigen Anleitung der Physiotherapeutin Melanie Quade und ihrer Kollegen werden die Übungen den individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten der Patienten angepasst. Dabei ist es natürlich wünschenswert, wenn die Patienten auch außerhalb des Krankenhauses am Muskelaufbau und -erhalt arbeiten, sagt Quade. Viele Sportvereine und Gruppen bieten ein seniorengerechtes Training an, das hilft, bis ins hohe Alter sicher auf den eigenen Beinen zu stehen und Lebensqualität zu erhalten.

In der Geriatrie werden ältere Patienten ganzheitlich betrachtet und bei Bedarf versorgt und behandelt. Die Geriatrie behandele nicht nur Symptome, sondern frage auch nach den Ursachen, betont Isensee.

Im Kontext mit den anderen medizinischen Fachrichtungen wie der Unfallchirurgie könne so eine zielgruppengerechte medizinische Betreuung der Patienten geleistet werden.

(hewi)
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