Erkelenzer Braunkohleausschuss kritisiert Pläne für Holzweiler und L19

Erkelenz: Braunkohle: Kritik an Plänen für Holzweiler und L19

Im Braunkohleausschuss der Stadt Erkelenz ging es um das geänderte Abbaukonzept von RWE Power für den Tagebau Garzweiler II und konkret den Verlauf der Abbaukante bei Holzweiler und an den anderen Tagebauranddörfern.

In der Stellungnahme erklärt die Stadt, dass der Tagebau Garzweiler II weiterhin abgelehnt und sein Sinn auch angesichts der weltweiten Klimaerwärmung hinterfragt wird. Eine Verstromung der Braunkohle über das Jahr 2030 hinaus sei „weder notwendig zur Energieversorgung noch umweltverträglich verantwortbar“ heißt es in der Stellungnahme der Stadt.

Darüber hinaus müsse es möglich sein, in den Tagebauranddörfern ein lebenswertes Leben zu führen. Daher fordert die Stadt weiterhin einen Mindestabstand von 500 Metern zum Tagebau. Diese Forderung wird auch in Venrath und Kaulhausen laut, wo man die Auswirkungen des nahenden Tagebaus schon am eigenen Leibe spürt.

Verlegung der Straße?

Im Falle von Holzweiler müsse eine abgeschnittene Insellage des Ortes verhindert werden. Diese schwebt dem Bergbaubetreiber aber vor, denn er will nicht nur östlich und nördlich des Ortes abbaggern, sondern auch westlich. Dies entspreche nicht den Vorgaben des Braunkohleausschusses der Kölner Bezirksregierung, hieß es im Erkelenzer Ausschuss.

Claudia Hillebrecht von RWE Power erklärte, dass der Abraum im Bereich der heutigen L19 zwischen Kückhoven und Holzweiler benötigt würde, um die Autobahn A 61n in nahezu identischem Verlauf wieder herzustellen. Für die Wiederherstellung der Autobahn würden rund 300 Millionen Kubikmeter Abraum benötigt. Und die müssten irgendwoher kommen.

Das ist der Stadt jedoch ziemlich egal. Sie sieht die Vorgaben der Leitentscheidung der Landesregierung, wonach sich Holzweiler aus zwei Richtungen genähert wird, nicht umgesetzt. Die Leitentscheidung sieht auch eine weitgehende Erhaltung der L19 in ihrem derzeitigen Verlauf vor, damit Holzweiler eine direkte Anbindung an Kückhoven und Erkelenz behält. „Eine direkte Anbindung an Kückhoven und Erkelenz ist zu gewährleisten, soweit möglich soll die L19 erhalten bleiben“, heißt es dazu in der Leitentscheidung.

Dies sieht RWE anders. Hillebrecht sprach von einer „Interpretation“ der Leitentscheidung. Dieser Interpretation zufolge würde eine Verlegung der Straße eine Verlängerung der Fahrtzeit um rund eine Minute bedeuten. Ein weiterer Knackpunkt ist die von der Stadt geforderte Rückbaubarkeit der Immissionsschutzwälle, um die Entwicklungsfähigkeit der Tagebaurandflächen nicht zu beeinträchtigen.

Darüber hinaus ist nicht sicher, womit die Wälle aufgeschüttet werden und was verfüllt wird. Weitere Kritikpunkte der Ausschussmitglieder waren Feinstaub und Lärmbelästigung.

„Intensive Arbeitsschritte“, die nun folgen müssten, kündigte Sabine Brüggemann von der Bezirksregierung Köln an.

Der Braunkohleausschuss der Stadt beauftragte die Stadt Erkelenz, die Stellungnahme vor der nächsten Sitzung des Braunkohleausschusses der Bezirksregierung am 11. Dezember zu übersenden.