Erkelenz: Lambertus gGmbH feiert Richtfest bei stralendem Sonnenschein

Betreute Wohngruppe : Richtfest bei strahlendem Sonnenschein

Hoch über dem Rohbau der zukünftigen ambulant betreuten Wohngruppe für junge pflegebedürftige Menschen der Lambertus gGmbH hing der Richtkranz, der die Blicke der Gäste auf sich zog.

Bereits vor sechs Monaten hatten einige hier beim Spatenstich für das sogenannte „Wolfgang Emondts-Haus“ an der Dinstühlerstraße in Hückelhoven schon einmal gestanden.Bei strahlendem Sonnenschein feierten sie nun gemeinsam das Richtfest der Einrichtung, die im Mai 2019 mit dem Einzug der ersten Bewohner eröffnet werden soll.

„Es handelt sich um ein innovatives Projekt, das es so bisher im Kreis nicht gibt. Es ist sogar in NRW eines der ersten Projekte“, sagte Marcel Ballas, Geschäftsführer der Lambertus gGmbH. Man sei froh über die schnelle Realisierung. Ein Dank gelte deshalb allen Unterstützern. „Sie standen uns bei allen Fragen hilfreich zur Seite.“ Die Idee einer Wohngruppe für junge pflegebedürftige Menschen wurde bereits geboren, als die Wohnbereiche für die „Junge Pflege“ entstanden waren. Der Neubau sei eine folgerichtige Fortsetzung und Erweiterung des Angebots im Bereich „Junge Pflege“. „Wir schließen so eine Versorgungslücke“, betonte Marcel Ballas.

„In Hückelhoven im Quartier rund um die Lambertus gGmbH wollten wir somit die erste ambulant betreute Wohngruppe für pflegebedürftige junge Menschen einrichten, um ihnen Selbstständigkeit, aber auch Betreuung, Pflege und Unterstützung zu geben“, unterstrich er.

Denn junge pflegebedürftige Menschen hätten andere Interessen, Belange und Wünsche als ältere Menschen in einem Pflegeheim und wollten am gesellschaftlichen Leben teilhaben. „Wir wollen ein besonderes personelles Konzept in der Betreuung realisieren, um diese Menschen in die Gesellschaft zu integrieren“, betonte Marcel Ballas. Ziel dieses Konzepts sei, die Bewohner in drei bis fünf Jahren so weit zu bringen, dass sie in der eigenen Lebensumgebung so weit wie möglich selbstständig zurechtkommen.

Die Wohngruppe richtet sich an junge pflegebedürftige Menschen im Alter von 18 bis 55 Jahren ohne angeborene Gehirnerkrankung. Es entstehen zehn barrierefreie und behindertengerechte Wohnungen, die inklusive dem Anteil an Gemeinschaftsflächen, wie zum Beispiel Aufenthaltsraum und Küche, jeweils circa 60 Quadratmeter groß und auf die Bedürfnisse junger Pflegebedürftiger angepasst. Zudem gibt es eine Werkstatt im Haus, und jede Etage verfügt über einen eigenen großen Balkon.

„Es handelt sich um eine selbst organisierte Wohngemeinschaft, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft der stationären „Jungen Pflege“ befindet, um den angebotsübergreifenden Kontakt und Austausch zu ermöglichen“, so Ballas. Das gesamte Bauvolumen beläuft sich auf knapp zwei Millionen Euro. Das Haus trägt den Namen „Wolfgang Emondts-Haus“. „Wir haben es Wolfgang Emondts gewidmet, da er sich seit mehr als 25 Jahre ehrenamtlich für die Lambertus gGmbH und unserer Träger, die Katholische Kirchengemeinde St. Lambertus und St. Barbara engagiert“, erklärte Marcel Ballas. Es sei ein Dank an den Architekten, der dafür gesorgt habe, dass Quartier der Lambertus gGmbH mit all seinen Wohnformen auf einem Areal entstehen zu lassen.

Dass die Idee des Quartiers immer weiter entwickelt werde, dies stellte auch Stellvertretender Bürgermeister Dieter Geitner fest. Ihn freue es deshalb, dass die Einrichtung den Namen des Architekten trage. Wolfgang Emondts bekannte schließlich, dass es etwas Besonderes sei, wenn man vor einem Haus mit dem eigenen Namen stehe. „Ich habe nie damit gerechnet.“ Und ganz der Visionär, der die Zukunft des Quartiers immer vor Augen hat, liebäugelte er auch schon damit, noch ein paar Grundstücke zu bekommen. „Marcel Ballas und ich würden uns freuen“, so Emondts.

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