Erkelenz: Bürgerversammlung für Innenstadthandlungskonzept

Stadtentwicklung : Gute Basis für „Erkelenz 2030“

Die zukünftige Entwicklung der Stadt soll gestaltet und in einem sogenannten Innenstadthandlungskonzept (InHK) geplant werden. Ein Thema, das in Erkelenz schon länger die Politik bewegt. Wohin soll die Reise gehen und wann soll sie beginnen?

Zumindest auf die zweite Frage kann eine konkrete Antwort gegeben werden. Denn bis November 2019 sollen entscheidungsreife Ergebnisse aus der Planungsarbeit vorliegen. So lautet zumindest die Zielsetzung der Aachener Planungsgruppe MWM, die mit der Durchführung des Verfahrens beauftragt wurde.

Geplant ist, dass die Bürger sich einbringen und ihre Ideen beisteuern sollen. Dafür wurde unter anderem das Internetportal www.erkelenz-2030.de geschaffen. Im Alten Rathaus stellte Bernd Niedermeier von MWM bei der Auftaktveranstaltung die Ziele und Vorgehensweise auf dem Weg zum InHK vor. Zuvor erläuterte Bürgermeister Peter Jansen die Notwendigkeit der Planungsarbeit. Die derzeitige planerische Ausrichtung der Innenstadt basiere auf Plänen, die teilweise rund 40 Jahre alt seien. „Doch die Stadt und die Bedürfnisse der Menschen haben sich geändert“, betonte er. „Deshalb muss die Planung angepasst werden.“ Der Titel „Erkelenz 2030“ gebe einen Zeithorizont vor, für den geplant werden soll.

Niedermeier bescheinigte Erkelenz „keine schlechte Ausgangsposition“ bei der Bedarfsanalyse. Gemeinsam mit seiner Kollegin Anna Ruppert hatte er Erkelenz nach bestimmten Gesichtspunkten vor Ort in Augenschein genommen. Als attraktive Orte mit Potenzial führte er unter anderem den Franziskanerplatz und den Markt an, andere wie das Areal an der Burg sollten mehr in den Fokus rücken. Als disharmonisch empfand er das Kölner Tor, da Gestaltung und Nutzung nicht zusammenpassten.

Gemeinsam mit den Anwesenden wurden nun erste Ideen gesammelt, wie unter den Gesichtspunkten der sozialen Infrastruktur, der Nutzung des öffentlichen Raums sowie des Einzelhandels und Wohnens im Innenstadtbereich zwischen Bahnhof, Wilhelmstraße, Westpromenade, Hermann-Josef-Gormanns-Straße und Ziegelweiher. Das Prozedere ist in Erkelenz bekannt, Umsiedler haben es ebenso schon mitgemacht wie die Teilnehmer an den Dorfinnenentwicklungskonzepten (DIECK) des Landes NRW oder den anderen Workshops, in denen es um die Zukunft vor Ort geht. Grüne Karten für Lob und Anregungen, gelbe für Kritik – alles nachher an die richtige Stellwand gepinnt.

Erwartungsgemäß kam kein allzu homogenes Bild heraus, doch das war natürlich auch der beste Einstieg in die folgende Diskussion. Dabei ging es um das für und wider freien Parkens, die Anzahl und Art der Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum und die Anzahl der Bäume und Parkplätze ebenso wie die Verpflichtung von Immobilieneigentümern zu investieren. Also viel zu tun für Niedermeier und sein Team, dessen Aufgabe ist, die teils konträren Ansichten zu bündeln und Schlüsse daraus zu formulieren. Damit soll im Frühjahr nach Anschluss der Konzeptphase begonnen werden.

Niedermeier und Bürgermeister Jansen riefen noch einmal zu einer regen Beteiligung auf. Dazu haben die Bürger ab dem 20. Dezember im Internet (www.erkelenz-2030.de) ebenso die Möglichkeit wie bei einer Planungswerkstatt am 30.März in der Stadthalle, die von Spaziergängen durch die Innenstadt begleitet wird. Nach der Konzeptphase folgt die Analyse, aus der sich das vorgeschlagene Programm der Umsetzungen ergibt. Über die Ergebnisse kann im November 2019 im Rat diskutiert werden.