Erkelenz: 135.000 Euro für Online-Spiel

Heimatverein Erkelenz : 135.000 Euro für Online-Spiel

NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) hat dem Heimatverein der Erkelenzer Lande das sogenannte Heimat-Zeugnis aus dem gleichnamigen Landesfonds persönlich überbracht.

Denn die Urkunde, die sie dem Vorsitzenden Günther Merkens im Kaminzimmer des Hohenbuscher Herrenhauses überreichte, ist verbunden mit einem Zuschuss in Höhe von 135.000 Euro für ein neues ambitioniertes Projekt der Erkelenzer Heimatforscher.

Das Geld ist für die Entwicklung eines Online-Spiels bestimmt, mit dem der Heimatverein die Inhalte seines virtuellen Museums der verlorenen Heimat auch der jungen Generation schmackhaft machen will. Die Orte, die dem Tagebau weichen mussten und noch müssen, sollen in dem auf Interaktivität ausgelegten Internetangebot zumindest virtuell weiterbestehen. Diese Idee überzeugte auch das Heimatministerium in Düsseldorf, weshalb es mit der Fördersumme 90 Prozent der geschätzten Wntwicklungskosten übernahm. Die restlichen zehn Prozent trägt der Heimatverein aus eigenen Mitteln.

Wolfgang Lothmann vom Museums-Arbeitskreis betonte, dass das Spiel sicher nicht mit den realistisch animierten Actionspielen mithalten könne, da deren Entwicklungskosten sich in Millionenhöhe abspielten. Doch es sei eine Möglichkeit, jungen Menschen zu vermitteln, dass Geschichte durchaus kein „alter Kram“ sei.

Günther Merkens erinnerte daran, dass die Idee für das virtuelle Museum vor vier Jahren ebenfalls in Hohenbusch bei einem Symposium entstand. Seitdem haben der Arbeitskreis des Heimatvereins und seine Förderer eine Menge bewegt. Ministerin Scharrenbach nannte sie „Vorreiter in NRW“, die auch einen Beitrag leisteten, die Generationen zu verbinden und die verlorene Heimat sichtbar zu machen. Durch das spielerische Element sei diese Idee nun auch für jüngere Menschen erlebbar. „Ich lerne gerne die positiv bekloppten Menschen wie Sie kennen, die durch ihre Ideen und ihr Engagement solche Dinge ermöglichen“, sagte Scharrenbach. Der Fördertopf des Landes sieht für die kommenden drei Jahre Gesamtmittel in Höhe von 150 Millionen Euro vor. Damit sollen Projekte gefördert werden, die sich mit der Heimat auseinandersetzen und wie das virtuelle Museum auch neue Anstöße geben für zukünftige Initiativen.

Bürgermeister Peter Jansen hob hervor, dass auch der Ort der Zeugnisvergabe ein Produkt ehrenamtlichen Engagements durch den Förderverein Hohenbusch sei. Beide Vereine zeigten, dass es nicht darum gehe, Historisches zu beschreiben. Vielmehr sei das Ziel, auch das Wissen der Vergangenheit in die Gegenwart zu holen, daraus zu lernen und es für die Zukunft zu bewahren.

Das virtuelle Museum im Netz: www.virtuelles-museum.com

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